Eltern üben Kritik an Stadt und HSA-Verantwortlichen

Die Suche nach einem neuen Träger für die Herrmann-Schmid-Akademie läuft auf Hochtouren.

Drei Wochen nach Bekanntwerden, dass die Hermann-Schmid-Akademie (HSA) im Augsburger Stadtteil Kriegshaber nach Ende des laufenden Schuljahres den Betrieb einstellt, läuft die Suche nach einem neuen Träger weiterhin auf Hochtouren. Nun äußern sich Eltern und Lehrervertreter zum aktuellen Stand der Rettungsbemühungen für die fünf HSA-Schulen.

„Es bestehen beste Aussichten, das Gebäude an einen interessierten Investor zu verkaufen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Rettungsteams, dem bestens vernetzte Elternvertreter und Kommunalpolitiker angehören. Außerdem gebe es konkrete Interessenten, die zur Fortführung des Schulbetriebs an allen oder den meisten Schulen der HSA Mehrheitsanteile an der Trägergesellschaft übernehmen könnten.

„Mit dieser Lösung bestünden auch keinerlei Probleme hinsichtlich der Fortführung der bestehenden Betriebsgenehmigungen, staatlichen Anerkennungen und Übernahme des anerkannt hochwertigen Lehrkörpers sowie des Verwaltungspersonals“, erklärt die sogenannte „HSA-Taskforce“. Auch für den Fall, dass sich Verhandlungen wegen der Komplexität zeitlich ziehen könnten, bestehe eine durchaus umsetzbare Möglichkeit, den Schulbetrieb zwischenzeitlich gesichert fortzuführen. „Dazu müsste ein Interims-Geschäftsführer eingesetzt werden, der nach den Verwerfungen der letzten Wochen das Vertrauen von Eltern, Schülern und Angestellten besitzt“, sagen die Eltern und Lehrervertreter. Das bisherige Führungspersonal, das im November vergangenen Jahres ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten war, würde ersetzt, wodurch auch nach Ansicht der Eltern das Vertrauen vonseiten der Schulaufsicht gestärkt werden sollte. Beamte der Kriminalpolizei und der Vertreter der Staatsanwaltschaft Augsburg hatten wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug die Büros der HSA und die Wohnungen des Geschäftsführers und seiner Tochter durchsucht. Die Tochter – und HSA-Prokuristin – Nicole Schmid sprach von „ungerechtfertigten Vorwürfen“, die letztendlich zum Schul-Aus geführt hätten.

Der HSA-Inhaberfamilie Schmid wirft das Rettungsteam eine Blockadehaltung vor. „Konkrete Interessenten werden vonseiten der Familie Schmid desinteressiert an die zur Abwicklung der Trägergesellschaft beauftragte Beratungsgesellschaft verwiesen. Von dort erhalten sie nichtssagendes, unbrauchbares Zahlenmaterial“, sagen die Eltern und Lehrervertreter und betonen: „Es ist nicht hinnehmbar, dass Inhabern, die ihr Interesse an der Fortführung des Unterrichtsbetriebs verloren haben, dennoch die Macht zugestanden werden soll, realistische Zukunftskonzepte zu blockieren.“

Bei einem runden Tisch am 19. März habe Hermann Köhler, Bildungsreferent der Stadt Augsburg, den Elternvertretern mitgeteilt, dass er alle Interessenten, die gegenüber dem Rettungsteam Interesse bekundet haben, abtelefoniert und nur Absagen erhalten habe. „Als wir am Tag darauf selbst nachfragten, stellte sich heraus, dass einige davon gar nicht angerufen worden waren, geschweige denn abgesagt hätten“, erklären nun die überraschten Elternvertreter.

Eine Mitschuld an dem HSA-Debakel geben die Elternvertreter zudem allen involvierten Schulaufsichtsorganen, die jahrelang trotz massiver Beschwerden aus der Lehrerschaft über Rechtsverstöße und Missstände nie aktiv geworden seien. „Zahlreiche Schreiben sind seit etwa einem Jahr, manche sogar seit drei Jahren unbeantwortet“, sagt das HSA-Rettungsteam und befürchtet, dass bis zuletzt massives Behördenversagen verdeckt werden soll, indem man die Schulen lieber über die Klinge springen lässt. Die Vertreter der staatlichen Schulaufsicht waren am Freitag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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