Erzbischof Marx und Landesbischof Bedford-Strohm erhalten Friedenspreis

Den Friedenspreis 2020 bekommen Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und  Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Den diesjährigen Augsburger Friedenspreis erhalten der katholische Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Das gab Oberbürgermeisterin Eva Weber am Augsburger Hohen Friedensfest im Goldenen Saal des Rathauses bekannt. „Die Entscheidung für die beiden Friedenspreisträger findet in diesem Jahr zum Ursprung des Friedensfestes zurück, denn sie weist auf zwei Menschen, die sich stellvertretend für zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der katholischen und evangelischlutherischen Konfessionen immer wieder einander zugewandt und die Hand ausgestreckt haben“, sagte Weber. Denn spätestens beim gemeinsam begangenen 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hätten Marx und Bedford-Strohm nach Ansicht der Oberbürgermeisterin „ein historisches Zeichen für alle Christen auf dieser Welt gesetzt“ und gezeigt, dass ein Miteinander im Glauben trotz unterschiedlicher konfessioneller Zugehörigkeit möglich sei.

Laut Regionalbischof Axel Piper gehöre Versöhnung stiften, ganz im Sinne Jesu Christi, zu einer vornehmlichen Aufgabe der Kirche. „Nach Ansicht der Jury tragen die beiden Preisträger in ihren jeweiligen Ämtern durch ihren persönlichen, authentischen und kontinuierlichen Einsatz für das Verbindende und Brückenbauende zwischen den großen deutschen Konfessionen und darüber hinaus bei“, begründete Piper die Entscheidung der Jury.

Diese setzte sich in diesem Jahr aus dem ehemaligen Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl und seiner Nachfolgerin Eva Weber, Weihbischof Anton Losinger, Oberkirchenrat Michael Martin, Bernd Oberdorfer, Stadtdekanin Susanne Kasch und Stadtdekan Michael Thoma, Rechtsanwalt Thomas Weckbach, Gregor Wurst, dem ehemaligen Landgerichtspräsident Herbert Veh und Regionalbischof Axel Piper, als Nachfolger von Regionalbischof Michael Grabow, zusammen.
Der mit 12 500 Euro dotierte Augsburger Friedenspreis wird alle drei Jahre an Persönlichkeiten für besondere Leistungen zur Förderung interkonfessioneller Gemeinsamkeiten und für Verdienste zur Verständigung zwischen den Religionen verliehen.

Heinrich Bedford-Strohm war von 2004 bis 2011 Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen an der Universität in Bamberg. Davon war er drei Jahre auch Dekan der Fakultät Humanwissenschaften. Seit 2011 ist er Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) und seit 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Darüber hinaus ist der 60-Jährige Mitglied der Ökumene-Kommission der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und der Deutschen Bischofskonferenz.

Reinhard Kardinal Marx wurde 2007 zum Erzbischof von München und Freising berufen und 2010 in das Kardinalskollegium der Römisch-Katholischen Kirche aufgenommen. Im Jahr 2013 wurde der 66-Jährige in eine achtköpfige Kardinalsgruppe zur Beratung von Papst Franziskus bei der Leitung der Weltkirche berufen. Von 2014 bis 2020 war Marx Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. 

In einem zugeschalteten Statement erklärte Bedford-Strohm: „Wir sind noch lange nicht am Ende.“ Denn irgendwann soll ein gemeinsames Abendmahl möglich sein. Er sehe den Preis als „öffentliches Zeichen“, dass man von ihnen erwartet, den Weg der Ökumene weiterzugehen. „Das Christentum in Deutschland und in Europa wird nur eine Zukunft haben, wenn wir ganz stark ökumenisch zusammenarbeiten“, pflichtete ihm Marx bei.

Die Verleihung des Preises findet jeweils im Herbst statt, heuer am Samstag, 10. Oktober. (pb)

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