Historisches Bahnhofsgebäude nun komplett untertunnelt: Auch in Corona-Zeiten gehen Bauarbeiten am Hauptbahnhof voran

Auf der Westseite des Hauptbahnhofs nimmt die Bahnsteigunterführung Gestalt an. In Zukunft verbinden Rolltreppen und Aufzüge die Zwischenebene mit den Personenbahnsteigen.

Am Augsburger Hauptbahnhof gehen die Bauarbeiten auch in Corona-Zeiten voran. Das historische Bahnhofsgebäude ist nun komplett untertunnelt.

In gut drei Jahren und drei Monaten soll der Tunnel unter dem Augsburger Hauptbahnhof eröffnet werden. Die Bauarbeiten am Rohbau sind bereits weit fortgeschritten. Die Corona-Krise habe bisher keine Auswirkungen auf die Baustelle am Hauptbahnhof, betonen die Augsburger Stadtwerke, die in Abstimmung mit der Deutschen Bahn den Umbau managen.

Die Baugrube für den Tunnel unter dem Bahnhofsgebäude sei nun fertig ausgehoben. Und auch der Bau der Bahnsteigunterführung schreite nach Plan voran.

Am 16. April wird Gleis 5 wieder in Betrieb gehen, am 20. Mai Gleis 6 inklusive des Personenbahnsteigs D. Anschließend rücken die Bauarbeiten an der unterirdischen Bahnsteigunterführung zum nächsten Abschnitt unter den Gleisen 3 und 4 vor, die dann für einen entsprechenden Zeitraum stillgelegt werden.

Auch die Bahnsteigunterführung im Bereich der Bahnsteige F, E und D ist schon fertig. Diese sogenannte Verteilerebene befindet sich in acht Metern Tiefe unter den Bahnsteigen. Mit rund 18 Metern ist die Unterführung mehr als doppelt so breit wie zuvor. "Die Bauarbeiten liegen aktuell genau im Plan. Unter den Gleisen werden sie voraussichtlich bis Ende 2021 dauern", heißt es von den Stadtwerken.

2021 werden beide Tunnelhälften verbunden

Damit der Bahnbetrieb während der Bauarbeiten weiterlaufen kann, wird ein besonderes Verfahren für die Untertunnelung der Personenbahnsteige angewendet: die sogenannte Deckelbauweise. In die Erde einbetonierte Bohrpfähle sorgen für Stabilität, bevor das Erdreich unter den Gleisen ausgehoben wird. Ein Deckel aus Beton liegt auf den Pfählen auf, darunter wird anschließend gegraben. Abschnittsweise arbeiten sich die Tunnelarbeiter auf diese Weise unter den Personenbahnsteigen vor. Das fertige Tunnelstück vom Portal West an der Rosenaustraße bis zur Bahnsteigunterführung ist bereits 135 Meter lang.

Die Bauarbeiten unter dem historischen Bahnhofsgebäude auf der Hauptseite des Bahnhofs gehen ebenfalls wie geplant voran. Die Baugrube für den Tunnel sei bereits auf Höhe von Gleis 1 angekommen, erklären die Stadtwerke. Seit Herbst 2019 wird in rund 16 Metern Tiefe das Erdreich ausgehoben. Von der Abfahrtsrampe in der Halderstraße bis unter das Empfangsgebäude hat der Tunnel auf dieser Seite des Hauptbahnhofs nun schon eine Länge von rund 300 Metern. Im nächsten Schritt wird der Tunnel in der Baugrube einbetoniert.

Im Jahr 2021 soll der letzte Akt für den Rohbau folgen: Der Durchbruch der Mauer, die momentan den Bereich zwischen den beiden Tunnelhälften im Westen und Osten stabilisiert. Der Rohbau des Tunnels wird größtenteils Ende 2021 abgeschlossen sein, 2022 folgt dann der Innenausbau und die technische Ausrüstung der Strecke für die Straßenbahnen und die unterirdische Straßenbahnhaltestelle sowie für den Fußgängertunnel. (jaf)

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