Inzwischen über 40 Corona-Patienten: Streik am Augsburger Uniklinikum abgesagt

Die Streiks am Augsburger Uniklinikum wurden nun aufgrund der vielen Corona-Patienten abgesagt.

Im Augsburger Uniklinikum werden wieder mehr Corona-Patienten behandelt

Die hohen Corona-Infektionszahlen der vergangenen Woche werden nun auch auf den Stationen des Augsburger Universitätsklinikums deutlich. Laut Gewerkschaftssekretär Tim Graumann befanden sich am Dienstag nun rund 40 Corona-Patienten in den Normalstationen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Warnstreiks am Klinikum, die eigentlich am Montag und Dienstag stattfinden sollten, deshalb am Montagabend vorzeitig abgebrochen.

Die Streikleitung habe sich am späten Abend dazu entschieden, den Streik doch abzubrechen, so Graumann. Noch am Montagmorgen habe man mit dem Klinikvorstand die Lage besprochen und beschlossen, dass die Streiks stattfinden können. Die Notfallmedizinerin, die die Gewerkschaft über den Tag immer wieder über den aktuellen Stand am Klinikum informierte, habe aber am Abend schließlich von immer mehr Neueingängen berichtet. Letztendlich sei dadurch die Zahl der Corona-Fälle auf der Normalstation weit über den mit dem Vorstand abgesprochenen Wert von 25 angestiegen, bei dem der Streik abgebrochen werden sollte.

Zwar sei die Situation in der Normalstation, die bestreikt werden sollte, laut seinen Kenntnissen "aktuell ruhig", so Graumann. Allerdings stünden wohl aufgrund der hohen Infektionszahlen noch einige Umstrukturierungen an. Laut der Notfallmedizinerin müsse man außerdem aktuell von einer "exponentiellen Entwicklung" der Corona-Fälle ausgehen. Auf der Intensivstation, die sowieso nicht bestreikt wurde, sei die Lage inzwischen wieder deutlich angespannter.

Mitarbeiter der Uniklinik trafen sich noch am Montag im Großen Hörsaal zu einer "Task Force Corona". Die zweite Welle werde das Augsburger Krankenhaus "weit wuchtiger treffen" als die erste, sagte der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende Michael Beyer dort voraus. Denn während der ersten Welle lag die Höchstzahl der gleichzeitig behandelten Corona-Patienten laut Bayer bei 43: "Da waren wir aber schon mittendrin in der Welle." Die Zahlen seien nun in der vergangenen Tagen "rapide gestiegen".

Auf Covid-19 positiv getestete Personen und Verdachtsfälle werden an der Uniklinik auf speziell ausgestatteten Stationen mit Isolationszimmern oder auf der Intensivstation behandelt. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen habe man nun bereits die zweite Eskalationsstufe des Pandemieplanes umgesetzt. Diese enthält auch einen Stufenplan zur Umorganisation.

So wurden zusätzlich zwei Covid-Normalstationen in Betrieb genommen und eine zweite Covid-Intensivstation eingerichtet. Auch Notaufnahme, Labor und Diagnostik habe man "der dynamischen Entwicklung entsprechend" angepasst, so das Klinikum.

Stufe drei sei aktuell bereits in Vorbereitung. (lat)

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