Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg kommen für Atommüll-Endlager in Betracht

Auf der Liste der möglichen Endlagerungsstellen tauchen aktuell auch die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg auf.

Die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg fallen teilweise in eines der am Montag veröffentlichten Teilgebiete für eine mögliche Endlagerung des deutschen Atommülls. Auf der Suche nach dem besten Ort für die dauerhafte Lagerung hochradioaktiver Abfälle werden alle ermittelten Teilgebiete nun im weiteren Verfahren genauer untersucht.

Das entsprechende Teilgebiet erstreckt sich mit einer Gesamtfläche von über 36.000 Kilometern vom Südwesten Baden-Württembergs nach Bayern – wo es unter anderem in den nördlichen Teilen der Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg endet. Grundlage für die positive Einschätzung der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist das in dieser Gegend vorhandene kristalline Wirtsgestein, in dem der Atommüll möglicherweise sicher gelagert werden könnte. Die möglichen Lagerungsstätten beginnen laut der BGE 300 bis 1300 Meter unter der Erdoberfläche.

In das Teilgebiet fallen im Landkreis Augsburg etwa die Gemeinden Gersthofen, Altenmünster, Langweid am Lech, Emersacker, Biberbach, Meitingen, Thierhaupten und Nordendorf. Im Landkreis Aichach-Friedberg erstreckt sich das Gestein unter anderem unter den Gemeinden Affing, Aindling, Hollenbach, Inchenhofen und Pöttmes.

Die BGE bewertete gibt ihrem Zwischenbericht für das Teilgebiet in insgesamt sieben Kriterien eine Bewertung ab. Dabei werden sieben der Kriterien mit "günstig" und zwei Kriterien mit "nicht günstig" bewertet. Positiv für die Endlagerung sei etwa die Konfiguration der Gesteinskörper zu werten. "Bedingt günstig" sei der Fund möglicher struktureller Komplikationen, die eine subrosive, hydraulische oder mechanische Beeinträchtigung des Gesteins bedeuten könnte. "Die Fläche des identifizierten Gebiets erscheint jedoch ausreichend groß, um einen einschlusswirksamen Gebirgsbereich in einem Teilbereich des Gebiets ohne beeinträchtigende strukturelle Komplikationen im Deckgebirge zu realisieren", heißt es in der vorläufigen Bewertung des Teilgebiets.

Mit dem "Zwischenbericht Teilgebiete" hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung den ersten Schritt auf dem Weg zu einem Endlager in Deutschland gemacht. Hierfür wurden nach Angaben der Bundesgesellschaft bislang 1 040 605 Dateien zum tiefen geologischen Untergrund ausgewertet, die ursprünglich aus dem Bergbau, der Erdöl- oder Erdgasförderung oder aus Geothermiebohrungen stammen. Der Zwischenbericht wurde nun dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) übergeben.

Insgesamt wurden in diesem Verfahren 90 Teilgebiete ermittelt, die im weiteren Verfahren näher untersucht werden sollen. Im nächsten Schritt soll auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung stattfinden. Wie die BGE betont, spielten im ersten Schritt außerdem ausschließlich geologische Kriterien eine Rolle. Raumplanerische Aspekte wie die Nähe zu Wohnbebauung oder zu Naturschutzgebieten werde erst in den weiteren Arbeitsschritten betrachtet.

Der Kreisverband Aichach-Friedberg der Grünen hat bereits auf den nun veröffentlichten Zwischenbericht reagiert. Durch den Zwischenbericht werde die Endlagersuche vor allem in den betroffenen Gebieten "wieder schlagartig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt", sagt der Kreisvorsitzende Stefan Lindauer. Die Partei habe Atomkraft schon immer abgelehnt. "Dies entbindet und jedoch nicht von unserer Verantwortung, auch hier vor Ort", betont Lindauer. Alle müssten sich nun an der aktiven und konstruktiven Suche nach einem endgültigen Standort beteiligen. (lat)

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