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Neues Institut der Augsburger Hochschulen fertiggestellt: Wissenschaftler erforschen Nachhaltigkeit

Im neuen Institut für Material Resource Management soll noch in diesem Jahr der Einzug beginnen.

Das Staatliche Bauamt Augsburg hat nun den Neubau des Instituts für „Material Resource Management“ (MRM) an die Universität übergeben. Auf 4947 Quadratmetern Nutzfläche werden künftig Studenten der interdisziplinären Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Ingenieurinformatik ausgebildet und Forscher unter anderem an der Entwicklung neuer, nachhaltigen Werkstoffe arbeiten.

Im MRM-Gebäude kooperieren die Universität und die Hochschule Augsburg, um die effizientere Nutzung von Ressourcen und die Optimierung von Beschaffungs- und Produktionsprozessen zu erforschen. Der Einzug der Institute soll noch in diesem Jahr beginnen. Finanziert wurde der rund 43 Millionen Euro teure Bau vom Freistaat Bayern.

„Dieses neue Gebäude wird mit seiner höchst funktionalen Struktur und dem großen Raumangebot unsere Forscherinnen und Forscher im Schwerpunktbereich Materials Resources zusammenführen“, sagt Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg. Das Institut für Materials Resource Management der Universität Augsburg wurde vor rund zehn Jahren gegründet: „Unser Ziel ist es, neue kreislauforientierte Strukturwerkstoffe bis hin zur Anwendungsreife entwickeln – unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und effizienten Nutzung von Ressourcen“, erklärt Andreas Rathgeber, Geschäftsführender Direktor des Institutes.

Das neue Labor- und Technikgebäude schaffe hierfür beste Voraussetzungen. Das Besondere an dem Neubau seien seine zwei Versuchshallen, sagt Bauamts-Leiter Ulrich Blickle, eine große für die Universität und eine kleinere für die Hochschule. Beide seien vollständig in das Gebäude integriert. Kranbahnen an den Decken dienten zum Heben schwerer Lasten, in einer Kältekammer neben der kleineren Halle könnten Versuche unter extremen Temperaturbedingungen durchgeführt werden. In der großen Versuchshalle wird vom "Institut für Software Systems Engineering" unter Leitung von Wolfgang Reif Forschung zu Industrie 4.0, Robotik und künstlicher Intelligenz in der Produktion, selbstorganisierenden Systemen und fliegenden Robotern durchgeführt. Außerdem forscht die Augsburger Informatik in dem neuen Gebäude zum Beispiel an städtischen Mobilitätsgefährten von Morgen, "organischen" Computersystemen oder additiven Fertigungssystemen für dynamische Produktionsumgebungen.

Das neue Gebäude ist für bis zu 350 Mitarbeiter und 230 Studierende ausgelegt. Schonende Ressourcennutzung soll dabei nicht nur künftig bei den Forschern im Gebäude ein Thema sein, auch der Bau selbst trägt laut dem Staatlichen Bauamt dazu bei. Den Kühlwasserbedarf decke zum Teil die eigene Brunnenwasseranlage, auf dem Dach stehe eine Photovoltaikanlage zur Energiegewinnung bereit. Beide Anlagen zusammen würden so jährlich über 55 Tonnen Kohlendioxid einsparen. (pm)

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