Die Preiserhöhung des AVV ist das falsche Signal für eine Verkehrswende

Augsburg, 10.06.2020. Der Augsburger Verkehrsverbund (AVV) will zum Juli 2020 eine Preiserhöhung im Tarifgebiet um bis zu 6,7 Prozent durchführen, und dass trotz Mehrwertsteuersenkung von 7 auf 5 Prozent, trotz der Taktausdünnung und trotz des Hilfspakets der Bundesregierung in Höhe von 2,5 Milliarden Euro für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

 

„Während landauf, landab die Medien darüber berichten, wann und wie diese Finanzspritzen zu Fahrpreissenkungen im ÖPNV, wie etwa in Freiburg, führen können, erfahren die Bürger*innen im AVV-Raum von einer neuerlichen Fahrpreiserhöhung zum 1.Juli 2020, die im Gelegenheitsverkehr bis zu 6,7 % betragen soll. Bei einem Fahrgastaufkommen von aktuell nur 35 % der sonst üblichen Zahlen zeigt sich, dass die Corona-Krise massive Auswirkungen auf den ÖPNV hat. Es wird sehr mühsam, die Fahrgäste zurückzugewinnen. Eine Steigerung bei den Fahrgastzahlen wird es mit einer Tariferhöhung nicht geben, wenn man berücksichtigt, dass gleichzeitig das Autofahren durch niedrige Benzinpreise günstiger geworden ist. Gleichzeitig haben die Stadtwerke die Taktzeiten verlängert. All diese Umstände werden langfristig einen Fahrgastverlust zur Folge haben. Das ist eine verkehrs- und klimapolitische Bankrotterklärung und droht die Verbundvorteile des AVV seit seiner Gründung 1985 zunichte zu machen!“, so Florian Freund (Fraktionsvorsitzender).

 

Dirk Wurm (stellv. Fraktionsvorsitzender) verweist darauf, dass „in der Kalkulation des AVV die veränderten Kalkulationsgrundlagen wie Mehrwertsteuerreduzierung, Milliardenzuschüsse durch den Bund und niedrige Kraftstoffpreise noch nicht berücksichtigt sind.“ „Daher“, so Wurm weiter, „beantragen wir, dass eine Aussetzung der Preiserhöhung zum 1. Juli und eine vollständige Neukalkulation der Fahrscheinpreise unter Berücksichtigung aller Faktoren durchgeführt wird. Es kann nicht sein, dass der AVV vom Bund das Steuer-Geld der Bürger*innen bekommt um dann den Bürger*innen höhere Preise in Rechnung zu stellen! Nur mit einer vernünftigen Preisgestaltung wird es gelingen die Attraktivität des ÖPNV zu erhöhen und Fahrgäste zurückzugewinnen.“

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