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Protest auf dem Rathausplatz: Unternehmer kritisieren Corona-Maßnahmen

Unzufrieden mit dem Lockdown: Unternehmer haben auf dem Augsburger Rathausplatz auf ihre wirtschaftliche Lage aufmerksam gemacht.

Der Unternehmerkreis "Zukunft in Not" hat am Donnerstagvormittag mit einer Protestaktion auf dem Augsburger Rathausplatz auf die wirtschaftliche Lage der mittelständischen Betriebe in Augsburg und Umgebung aufmerksam gemacht. 

Mittlerweile gehören der Initiative rund 340 Unternehmer an, die die derzeitigen Corona-Maßnahmen kritisch sehen und den Wegfall etlicher Arbeitsplätze in der Region fürchten. "Wir sehen eine Welle von Pleiten und Insolvenzen auf uns zukommen", sagte der selbstständige Metallbauer Robert Höck, der zudem Obermeister der Innung Metall Augsburg und Kreishandwerksmeister für die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg ist.

Die Initiative wurde im November vergangenen Jahres gegründet, weil für viele Augsburger Unternehmer die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht schlüssig waren. "Da wir den wirtschaftlichen Niedergang, insbesondere des Mittelstandes, in unserer Region erkennen, haben wir uns zur Selbsthilfe und als Plattform des Mittelstandes zusammengeschlossen", erklärte Stefan Ehle, Sprecher des Unternehmerkreises. Die inzwischen etwa 340 Mitglieder aus den Bereichen Gastronomie, Handel, Handwerk, Fitness und Kunst beschäftigen mehr als 5000 Mitarbeiter. "Vielen von uns steht das Wasser nicht nur bis zum Hals, viele haben schon ihr ganzes Privatvermögen aufgebraucht und stehen nicht nur vor dem geschäftlichen, sondern vor dem privaten Ruin", betonte Ehle.

Dabei geht es aber nicht nur um kleinere Unternehmen, denn auch die Tanzschule Trautz&Salmen, die zu einer der größten Tanzschulen in ganz Deutschland zählt, steht nun kurz vor dem Aus. Das hat Rudolf Trautz, Mitinhaber der Tanzschule und Mitglied des Unternehmerkreises, am Donnerstag bekanntgegeben. Die beiden Lockdowns hätten die Tanzschule schwer getroffen. Die 1910 in Augsburg gegründete Tanzschule hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auf 30 Standorte in der gesamten Bundesrepublik ausgedehnt. Für den Tanzlehrer sei die derzeitige Situation "nicht nur ein wirtschaftliches Desaster, sondern ein Verlust für die Kultur und Lebensfreude in unserer Stadt und Region".

Der Unternehmerkreis fordert, dass die Verhältnismäßigkeit sämtlicher Maßnahmen gewährleistet sein muss. Kritisch sieht Höck vor allem die Schließung der Friseursalons, wenn seit Beginn der Pandemie in ganz Deutschland lediglich vier Corona-Infektionen in rund 83.000 Betrieben bestätigt worden seien. Die Verantwortlichen von "Zukunft in Not" streben an, gemeinsam mit der Politik Alternativen zu erarbeiten und sprechen von einem möglichen "Augsburger Weg", damit die Geschäfte bald wieder öffnen können.

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