Region: Augsburg Stadt

Sanierung des Augsburger Standesamtes fast abgeschlossen

Die neue Rampe vor dem Standesamt.

Die Sanierung des Standesamtes kostete fast vier Millionen Euro. Ab Januar können dort wieder Trauungen stattfinden.

Die Sanierung des Augsburger Standesamtes ist fast abgeschlossen. Ab dem 9. Dezember nimmt das Standesamt in der Maximilianstraße den Betrieb wieder auf. Ab Januar 2021 sollen dort auch wieder Eheschließungen vorgenommen werden.

Bereits im Jahr 2017 wurde die Sanierung des Standesamtes beschlossen. Fast drei Millionen Euro wurden dafür eingeplant. Letztendlich wurde die Sanierung aber doch teurer: Wegen der angefallenen Arbeiten beim Entfernen der früher verwendeten Farbe mit Asbest wurde eine zusätzliche Million Euro benötigt.

Die Arbeiten in dem Amt waren aus drei Gründen nötig geworden. Zum Einen wurde das Standesamt nun barrierefrei umgebaut und im Zuge dessen ein Aufzug eingebaut. Außerdem wurde das neue Brandschutzkonzept umgesetzt. Dazu gehören Brandschutztüren und Rauchmelder im gesamten Gebäude. Zusätzlich wurden circa acht Kilometer Datenleitungen verlegt, um den Mitarbeitern eine schnellere und stabilere Arbeit online zu ermöglichen.

Da an der Fassade zur Maximilianstraße nicht viel verändert werden sollte, wurde zum barrierefreien Zugang eine Rampe an das bestehende Treppenportal angebaut, welches nach vorn versetzt wurde. Der Boden im Eingangsbereich ist nun abgesenkt und ist somit kein Hindernis mehr für Rollstuhlfahrer oder Kinderwägen. Der zunächst geplante Aufzug im Eingangsbereich sei technisch nicht umsetzbar gewesen, weshalb ein neues Gebäude im ehemaligen Innenhof entstanden ist. Dort konnte schließlich auch der Aufzug gebaut werden. Eine neue Behindertentoilette hat ihren Platz im Erdgeschoss des Standesamtes gefunden. Diese dient zusätzlich als Wickelraum.

Bei der Sanierung des Gebäudes waren insgesamt fast 40 Firmen beteiligt. Da die Sanierung in zwölf Arbeitsbereiche unterteilt wurde, konnten die Firmen teilweise zeitgleich arbeiten, ohne mit dem Asbest in Berührung zu kommen. Durch das Entfernen der Asbestfarbe wurden auch alte Stromleitungen sichtbar und konnten wiederverwendet werden, sodass am Gebäude selbst nicht zusätzlich etwas verändert werden musste. "Die alten Narben des Gebäudes wurden wiederverwendet" erklärte der Architekt auf einer Führung durch das Amt.

So hat sich für Besucher des Standesamts vielleicht auf den ersten Blick gar nicht viel verändert. Die alten Fließen und der neue Steinboden im sanierten Teil sind kaum voneinander zu unterscheiden, da die neuen Fließen aus Stein an den alten Boden angepasst wurden. Das Treppenhaus wurde kaum verändert, lediglich neue Lampen wurden angebracht, wie auch in den Gängen und den Trausälen. Im Allgemeinen wurde darauf geachtet, die vorhandenen Materialien und Proportionen weiter zu verwenden. So ist der neue Handlauf aus Messing und Stahl gefertigt, wie auch die bereits vorhandenen Bauelemente.

Aufgrund der Corona-Krise wurde die ursprünglich für die Öffentlichkeit geplante Führung durch das sanierte Standesamt abgesagt. Und auch sonst merken die Mitarbeiter des Standesamtes die Krise in ihrer Arbeit: Bis Oktober seien in diesem Jahr 190 Trauungen weniger als zur gleichen Zeit im letzten Jahr durchgeführt worden.

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