Region: Augsburg Stadt

Schimpansen können in Augsburg bleiben

Das Schimpansengehege im Augsburger Zoo entspricht laut Veterinärbehörde seit Jahren nicht den Anforderungen an den Tierschutz. Nun soll es saniert werden.

Die drei Schimpansen Akemo, Coco und Nicky können nun im Augsburger Zoo bleiben. Möglich macht dies der Förderverein "Freundeskreis des Augsburger Zoo", der die Entscheidung getroffen hat, die Kosten für die Sanierung des Schimpansengeheges zu übernehmen.

Diese belaufen sich auf 800.000 Euro. Eine Summe, die der Zoo aufgrund der Einnahmeausfälle in der Corona-Krise nicht aus eigener Tasche aufbringen kann. Auch die Stadt Augsburg muss aufgrund von größeren Projekten wie der Theatersanierung sparen und kann dem Tierpark finanziell nicht aushelfen. Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert nun den Förderverein und die städtische V-Partei³ fordert die Stadtverwaltung auf, sich dafür einzusetzen, dass die drei Schimpansen in eine Auffangstation nach Wales umziehen können, wo eine artgerechtere Haltung möglich sei.

Für die drei Schimpansen des Augsburger Zoos bestand die Möglichkeit, in das anerkannte Wales Ape and Monkey Sanctuary, eine Auffangstation für Primaten, umzuziehen. "Dort wäre ein weitgehend schimpansengerechtes Leben möglich, im Zoo auch trotz Umbau nicht", schreibt Peta in einer Pressemitteilung. Der Zoo hat dieses Angebot allerdings abgelehnt und dank des Fördervereins können die drei Tiere in Augsburg bleiben. Peta kritisiert den Förderverein dafür, mit einer hohen Summe eine "nicht artgerechte Schimpansenhaltung fortführen zu wollen". Die Tierrechtsorganisation fordert die Verantwortlichen auf, mit den Geldern stattdessen nachhaltige Schutzprojekte in Afrika zu finanzieren, um das langfristige Überleben zahlreicher Schimpansenfamilien in ihrem natürlichen Lebensraum zu sichern.

Das Gehege der Menschenaffen im Augsburger Zoo erfüllt seit Jahren nicht mehr die Anforderungen an den Tierschutz. Die Veterinärbehörde hat dem Tierpark deshalb eine Frist bis Ende 2021 gesetzt, um nachzubessern. Die Sanierung des Geheges soll nun im Februar oder März kommenden Jahres beginnen.

Einzelstadtrat Roland Wegner von der V-Partei³ hat nun in einem Dringlichkeitsantrag gefordert, dass der Zoo unverzüglich ein Hilfeersuchen an die Verantwortlichen von Wales Ape and Monkey Sanctuary richten müsse, um Akemo, Coco und Nicky aus dem "nicht tierschutzkonformen Augsburger Gehege zu retten". Wie Wegner erklärt, drängt die Zeit, denn durch den Austritt von Großbritannien aus der EU zum Jahresende könnten Transportprobleme die "Rettung" der Tiere verhindern. Weiterhin betont Wegner, dass Wildtiere in Gefangenschaft niemals artgerecht gehalten werden können, weder in Augsburg noch in Wales. Die Bedingungen in der Auffangstation im Vereinigten Königsreich seien jedoch besser als im Augsburger Tierpark. (pb)

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