Streiks im Augsburger Nahverkehr am Montag

Am Montag kommt es in Augsburg wieder zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr.

Die Gewerkschaft Verdi ruft für kommenden Montag, 26. Oktober, erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr auf. Auch in Augsburg soll gestreikt werden. Ein Notfahrplan kann laut den Stadtwerken Augsburg nicht eingerichtet werden. Pendler sollten sich also auf massive Beeinträchtigungen des ÖPNV einstellen.

Verdi will durch die erneuten Streiks in verschiedenen Städten in Bayern den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Zum Streik aufgerufen sind neben Augsburg auch die kommunalen Verkehrsbetriebe in München, Nürnberg, Regensburg, Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Ingolstadt, Passau und Schweinfurt. Man wolle so der "massiven Verweigerungshaltung der Arbeitgeber, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu vereinbaren" begegnen, heißt es von der Gewerkschaft. "Stattdessen bieten sie minimale Lohnerhöhungen, die Belastung der Beschäftigten interessiert die Arbeitgeber nicht“, so Kai Winkler, Verdi-Verhandlungsführer für den Tarifvertrag Nahverkehr in Bayern.

15.000 Stellen seien in den vergangenen 20 Jahren im öffentlichen Nahverkehr bundesweit abgebaut worden. "Damit ist die Grenze der Belastbarkeit für die Beschäftigten erreicht“, sagt Winkler. Im Vergleich zum Jahr 2000 sei die Zahl der Beschäftigten in Deutschland um 18 Prozent gesunken, während die Zahl der Fahrgäste um ein Viertel gestiegen sei. Weitere Streiks könnten nur durch ein annehmbares Angebot der Arbeitgeber verhindert werden.

Für Karl Schneeweiss, der bei den Stadtwerken seit 32 Jahren als Bus- und Straßenbahnfahrer arbeitet, geht es vor allem um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine bessere Entlohnung. Wie er auf einer Pressekonferenz zu den Warnstreiks im öffentlichen Dienst erzählte, verließen aktuell jährlich zwischen 15 und 18 zuvor teuer ausgebildete Fahrer die Stadtwerke. Die Arbeitsbedingungen mit Nacht- und Wochenendarbeit und regelmäßig nur einem freien Tag pro Woche bei gleichzeitig niedriger Entlohnung seien schlichtweg nicht attraktiv für die "Jungfahrer". Diese brauche das Verkehrsunternehmen aber dringend, um die rund 80 Fahrer auszugleichen, die in den kommenden Jahren in Rente gehen werden.

Streik von 0 bis 24 Uhr

Laut den Stadtwerken Augsburg werden die Mitarbeiter am Montag ganztags, von 0 bis 24 Uhr, streiken. Dadurch müsse mit "massiven Einschränkungen" bei den Bussen und Straßenbahnen gerechnet werden. Man gehe angesichts der Erfahrungen aus vergangenen Streiktagen davon aus, dass der ÖPNV "weitgehend zum Erliegen kommen" wird. Ein Notfall-Fahrplan könne im Vorfeld nicht erstellt werden, da nicht bekannt sei, wie viele Mitarbeiter sich am Streik beteiligen werden. Die Stadtwerke raten den Kunden, am Montag stattdessen andere Verkehrsmittel zu nutzen. (pm/lat)

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