Tag der offenen Halle: Augsburgs erster Bahnhof ist seit 100 Jahren Straßenbahndepot

Beeindruckend ist vor allem der historische Dachstuhl im Inneren der Wagenhalle im Straßenbahnbetriebshof.

Im Straßenbahnbetriebshof der Stadtwerke Augsburg treffen Moderne und Geschichte aufeinander. Nämlich dann, wenn die modernen Straßenbahnen über Nacht in einer der ältesten Bahnhofshallen Deutschlands stehen. Jetzt wird ein Jubiläum mit einem „Tag der offenen Halle“ gefeiert.

Es ist gleich ein doppeltes Jubiläum: Augsburgs erste Bahnhofshalle wurde vor 180 Jahren, am 4. Oktober 1840, mit dem ersten Zug von München nach Augsburg eingeweiht. Seit 100 Jahren gehört diese historische Halle zum Straßenbahnbetriebshof. Dieses Jubiläum hätte eigentlich mit vielen Straßenbahnbegeisterten gefeiert werden sollen, teilen die Stadtweke mit. Doch wegen Corona falle alles etwas kleiner aus: Bei einem Tag der offenen Halle am Samstag, 3. Oktober, können historische Straßenbahnen im Freien vor der Halle von außen besichtigt werden und durch die Halle und die Straßenbahnwerkstatt werden Führungen angeboten.

Zur Geschichte: Die Strecke zwischen München und Augsburg war eine der ersten Eisenbahnverbindungen Deutschlands. Und so sei auch der damalige Augsburger Bahnhof aus dem Jahr 1840, der älteste, heute noch erhaltene Großstadtbahnhof auf deutschem Boden, wie die Stadtwerke berichten. Schon sechs Jahre später, 1846, hatte er prompt ausgedient, als der heutige Hauptbahnhof als neuer Durchgangsbahnhof in Betrieb ging. Kurze Zeit noch für den Umschlag von Gütern genutzt, hat sich schließlich das Militär des ehemaligen Bahnhofs bemächtigt und nutzte ihn als Reithalle. Nach dem Ersten Weltkrieg war auch diese Verwendung hinfällig und die Stadt Augsburg kaufte die Halle und machte daraus einen Straßenbahnbetriebshof. Zwischen 1995 und 2000 wurden die Gebäude um die historische Halle erweitert und erneuert, zum heutigen, modernen Straßenbahnbetriebshof.

"Doch wer vor der Wagenhalle steht, sieht: Hier gibt es ein wahrlich historisches Gebäude", so die Stadtwerke. Noch deutlicher werde das im Inneren. Man dürfte "den einzige Straßenbahnbetriebshof mit einem derart außergewöhnlichen und beeindruckenden Dachstuhl haben." Die Halle samt Dachstuhl werde denkmalgerecht bewahrt, wie etwa auch das historische Wasserwerk am Hochablass oder das Gaswerk.

Einen Blick ins Innere der Halle und auf den Dachstuhl bekommen Interessierte beim Tag der offenen Halle am Samstag, 3. Oktober, von 10 bis 14 Uhr. Dazu werden Führungen für jeweils bis zu zehn Personen in die Halle und durch den Straßenbahnbetriebshof mit einem kurzen Abstecher in die Werkstatt angeboten. Hierzu ist eine Voranmeldung im Internet erforderlich unter swa.to/100jahre. Wer keinen Platz für eine Führung ergattert, kann drei historische Straßenbahntypen im Außenbereich begutachten, allerdings wegen Corona nur von außen: Ein KSW-Wagen von 1948, ein GT8 von 1971 und ein M8C von 1984. (pm)

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