Teil-Lockdown ab Freitag: Augsburger Stadtspitze verkündet neue Corona-Regelungen

Sieben-Tage-Inzidenzwert in Augsburg nun bei über 256: Das Gesundheitsamt der Stadt Augsburg hatte am Donnerstagmorgen 174 neue Corona-Infektionen gemeldet. Nach der Sitzung des Augsburger Stadtrats am Nachmittag trat Oberbürgermeisterin Eva Weber vor die Presse und verkündete neue Maßnahmen für Augsburg.

Nachdem die Corona-Zahlen in Augsburg seit über zwei Wochen nunmehr kontinuierlich steigen und die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen auf 256 kletterte, hat Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber am Nachmittag neue Maßnahmen verkündet. Zuvor hatte die Bayerische Staatsregierung bereits Kontaktbeschränkungen auch für Privaträume beschlossen.

Corona-Lockdown in Augsburg ab Freitag

In der Stadtratssitzung am Donnerstagnachmittag gab die Oberbürgermeisterin bekannt, dass die verschärften Regeln, die bayernweit ab Montag für den gesamten November gelten sollen, in Augsburg bereits am Freitag um 21 Uhr in Kraft treten. Man wolle so verhindern, dass sich die Augsburger über das Wochenende "etwas merken müssen", das dann ab Montag nicht mehr gilt.

Drei zusätzliche Regeln in Augsburg

Zusätzlich sollen in Augsburg drei weitere Ergänzungen gelten. Dazu zählt eine erweiterte Maskenpflicht ab Freitag an stark frequentierten Plätzen und Straßen sowie "beidseitig an Lech und Wertach". Außerdem sollen Einzelhandel und öffentliche Einrichtungen verpflichtet werden, Desinfektionsmittelspender an den Eingängen zu installieren. In der gesamten Stadt gilt außerdem ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum zwischen 21 und 6 Uhr.

Weber: "Fahrlässig, die Maßnahmen jetzt nicht umzusetzen"

"Nach dem eindringenden Appell der Uniklinik wäre es fahrlässig, die Maßnahmen jetzt nicht umzusetzen", sagte Weber. Aufgrund der vielen Infektionen arbeitet das Krankenhaus laut eigenen Angaben aktuell am Limit, fast alle Betten seien bereits belegt. 25 Patienten werden aktuell auf der Intensivstation behandelt. Wie Weber auf der Pressekonferenz nach der Stadtratssitzung erklärte, habe das Klinikum um den Lockdown am Freitag gegeben, um die Situation zu entlasten.

Kindertagesstätten und Schulen seien entgegen der Annahme vom Frühjahr aktuell nicht die treibenden Infektionsherde, so Weber. Wenn Arbeit und Schule erlaubt blieben, müssten aber stattdessen Einschränkungen in der Freizeit stattfinden, "um die Infektionszahlen unter Kontrolle zu behalten".

Der bundesweite "Lockdown", der nun in Augsburg bereits ab Freitag gilt, bedeutet unter anderem, dass Gastronomiebetriebe und Freizeiteinrichtungen wie Kinos und Theater komplett schließen müssen. Auch Messen dürfen nicht mehr stattfinden. Für Treffen im Privaten gilt eine Beschränkung auf zwei Haushalte und maximal zehn Personen. Touristische Übernachtungen sind verboten. Geöffnet bleiben dagegen Schulen und Kitas sowie der Einzelhandel.

Diskussion im Stadtrat

Im Augsburger Stadtrat kam es im Anschluss an die Ankündigung noch zu Diskussionen. Ob man die Maskenpflicht nicht auf das gesamte Stadtgebiet ausweiten könne, fragte etwa Peter Hummel (Freie Wähler). Die Regelung, die ab Freitag umgesetzt werden soll, halte er für "sehr unklar". Diese sieht vor, die Maskenpflicht lediglich auf weitere "stark frequentierte" Plätze und Straßen auszuweiten. Gesundheitsreferent Reiner Erben betonte allerdings, dass die erweiterte Maskenpflicht weiterhin verhältnismäßig sein müsse und nicht einfach auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden könne. Die entsprechenden Plätze und Straßen sollen gekennzeichnet werden.(pb/lat/jaf/md)

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