Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Augsburger Kitas schließen am Dienstag

In den städtischen Kitas findet am Dienstag wohl nur ein eingeschränkter Betrieb statt. (Symbolbild)

Die Gewerkschaft Verdi ruft nun in der zweite Woche in Folge Mitarbeiter der Stadt Augsburg, der Stadtwerke und des Abfallwirtschaftsbetriebs aufgrund unzufriedenstellender Tarifverhandlungen zu Warnstreiks auf. Am Dienstag, 29. September, sollen sich nun auch die städtischen Kindertagesstätten an den Streiks beteiligen.

„Auch ich persönlich musste während der Pandemie die Erfahrung machen, was es heißt, für die Kinder keine Kindergartenbetreuung zu haben", sagt Erdem Altinisik, Bezirksgeschäftsführer der Verdi Augsburg. "Warnstreiks in den Kitas wollten wir vermeiden, um die Eltern nicht zu belasten. Doch die Weigerung der Arbeitgeber - trotz mehrfacher Aufforderungen - überhaupt ein Angebot abzugeben, zwingt uns, die Unzufriedenheit deutlich zu machen.“ Eine Vollschließung der Kitas sei nicht geplant, könne aber nicht ausgeschlossen werden. Allerdings wird in dringenden Fällen wohl eine Betreuung möglich sein. Die Eltern habe man bereits am Freitag über die anstehenden Streiks informiert, damit diese sich auf die Situation einstellen können.

Auch die Stadt Augsburg selbst hat auf die anstehenden Warnstreiks hingewiesen. Betroffen seien von den aktuellen Tarifverhandlungen und von den Streiks alle Beschäftigten in den Kindertagesstätten, neben dem pädagogischen Personal also etwa auch Küchenkräfte, Auszubildende und Beschäftigte der Verwaltung. Welche Kitas von den Streiks betroffen sein werden, sei noch nicht bekannt. Die Stadt ruft Eltern deshalb dazu auf, möglichst selbst "geeignete Alternativen für die Kinderbetreuung am Streiktag herzustellen". Auch in nicht geschlossenen Kitas finde womöglich nur ein eingeschränkter Betrieb statt. Besondere Aktivitäten wie geplante Ausflüge entfallen.

Wie auch bei den anderen städtischen Dienststellen erhofft sich die Gewerkschaft aus den aktuellen Tarifverhandlungen eine Wertschätzung der erschwerten Arbeitsbedingungen während der Corona-Krise. Außerdem hänge der öffentliche Dienst mit seinen Gehältern bereits jetzt stark hinter der freien Wirtschaft zurück, so Erdem Altinisik. Auch bei der zweiten Verhandlungsrunde am 19. und 20. September hätten die Arbeitgeber dennoch keinerlei Angebot gemacht. Deshalb müsse es nun zu den Warnstreiks kommen.

Die Kitas hätten während der Pandemie unter "schwierigsten Bedingungen" durchgearbeitet. Denn anders als die Schulen hätten die Kindertagesstätten keine klaren Vorgaben und Schutzmaßnahmen vom Kultusministerium erhalten. Das Sozialministerium habe die Entscheidungen stattdessen den Trägern überlassen. "Die Kitas fühlten sich hier von ihrem Träger Stadt Augsburg oft allein gelassen", heißt es von der Gewerkschaft.

Auch andere Dienststellen der Stadt beteiligen sich an den Warnstreiks. Den Anfang machen am Montag das Bürgeramt, der Verkehrsüberwachungs- und Ordnungsdienst sowie der Abfallwirtschaftsbetrieb und die Straßenreinigung. Nach den Streiks in den Kindertagesstätten am Dienstag bilden am Mittwoch das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhöfe sowie die Stadtwerke Augsburg den Abschluss der Streikwoche.

„Wie kann unser Arbeitgeber angesichts unserer Leistungen in der Pandemie sagen, Applaus sei für die nächsten drei bis vier Jahre genug“, fragt Gewerkschaftssekretärin Aline Gottschalk. Die städtischen Mitarbeiter hätten trotz Schließungen "den Laden am Laufen gehalten", etwa im Bürgerbüro mit Telefonberatungen und der Bearbeitung von Onlineanträgen. „Man kann uns nicht als systemrelevant einstufen und dann sagen, ihr bekommt für drei Jahre einfach mal nichts“, kritisiert Gottschalk. Das führe bei den Beschäftigten zu dem Gefühl, dass ihre Arbeit nicht wertgeschätzt werde. "Es gibt in manchen Bereichen schon massive Probleme, die Stellen zu besetzen, weil für den geringen Lohn keiner dort arbeiten möchte", sagt die Gewerkschaftssekretärin. "Wir appellieren deshalb an die Arbeitgeber, die Wertschätzung gegenüber ihren Beschäftigten durch ein faires und angemessenes Tarifangebot auszudrücken.“ (pm/lat)

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