Wegen Corona wird Belegungsstruktur im Augsburger Anker-Zentrum vorübergehend geändert

Im Ankerzentrum in der Berliner Allee werden bis auf Weiteres neben Familien nun auch alleinreisende Männer einziehen. Hintergrund ist die Corona-Pandemie und die damit verbundene Auslastung der Unterkünfte.

Im Asyl-Zentrum in der Augsburger Berliner Allee sollen bis auf Weiteres neben Familien nun auch alleinreisende Männer einziehen. Das teilte die Regierung von Schwaben am Mittwoch mit.

Aufgrund der Corona-Pandemie habe die Regierung bereits im Frühjahr Maßnahmen ergriffen, um Bewohner und Beschäftigte im Anker-Schwaben vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Das Konzept sieht unter anderem vor, dass in den Unterkunftsdependancen in der Hohenstaufenstraße und im Kobelweg nur noch bestätigte Covid-19-Fälle beziehungsweise enge Kontaktpersonen und Verdachtsfälle untergebracht werden. Auf diese Weise sei es bisher gelungen, Quarantänezeiten in betroffenen Einrichtungen äußerst kurz zu halten, so die Regierung von Schwaben. Als Beispiel nennt die Behörde das Behördenzentrum in der Aindlinger Straße, das nach einem Corona-Ausbruch in der ersten Septemberwoche seit Montag wieder für die Aufnahme von Flüchtlingen geöffnet ist.

Der Wegfall der beiden Einrichtungen in Kriegshaber und Inningen, die bisher ausschließlich der Unterbringung männlicher Asylbewerber dienten, musste allerdings kompensiert werden. So werden seit Mitte April in einem der beiden Wohngebäude der Meringer Unterkunftsdependance neben Familien auch alleinreisende Männer untergebracht. Doch dieses Gebäude sei inzwischen voll belegt, da aufgrund eines Wechsels der Länderzuständigkeit (Irak statt Türkei) mittlerweile alleinreisende Männer und nicht mehr wie bisher Familien die größte Gruppe der Neuankünfte im Anker-Schwaben darstellen. Hinzu komme, dass andere Bundesländer kürzlich die coronabedingt unterbrochene Weiterleitung von Asylbewerbern, für die sie nicht zuständig sind, wiederaufgenommen haben, wodurch sich die Zahl der Neuankünfte im Augsburger Behördenzentrum zeitweise stark erhöht habe.

Um "dem aktuellen Zugangsgeschehen gerecht zu werden, müssen daher vorübergehend auch in der Berliner Allee neben Familien alleinreisende Männer einziehen", so die Regierung von Schwaben. Die Männer "werden getrennt von Familien und Frauen mit ihren Kindern in einem der beiden Containergebäude wohnen". Eine gute Betreuung, umfassende tagesstrukturierende Maßnahmen sowie ein besonderes Augenmerk auf eine sozialverträgliche Unterbringung sollen für ein gutes Miteinander und konfliktfreies Zusammenleben innerhalb und außerhalb der Einrichtung sorgen. Die Anzahl der Sicherheitsmitarbeiter werde bedarfsgerecht angepasst. Die geänderte Belegungsstruktur der Berliner Allee müsse wie in Mering voraussichtlich bis Anfang 2021 beibehalten werden. Bis dahin sollen die Umbauarbeiten in der geplanten Unterkunfts-Dependance Neu-Ulm abgeschlossen sein, die zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für bis zu 250 Asylbewerber bieten werde. (pm)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 

Neueste Kommentare

Herbstsammlung
1 Woche 2 Tage
Erntedank
2 Wochen 4 Tage
Erntedank
2 Wochen 5 Tage
Streifzug durch das schöne Augsburg
2 Wochen 6 Tage
Erntedank
3 Wochen 1 Stunde


X