100 Millionen Euro: Freistaat will Industriestandort Augsburg unterstützen

Mit 100 Millionen Euro will der Freistaat Augsburg unterstützen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder nun an.

Der Wirtschaftsraum Augsburg leidet unter der Corona-Krise. Rund 1000 Arbeitsplätze sind bei dem Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec gefährdet. Den Abbau von 800 Stellen kündigte das Maschinenbau-Unternehmen MAN Energy Solutions vor Kurzem an. Das endgültige Aus bedeutete die Pandemie für den Automobilzulieferer Wafa mit insgesamt 200 Beschäftigten im Werk in Haunstetten. Auch Roboterbauer Kuka und Flugzeugteilehersteller MT Aerospace schließen einen Stellenabbau nicht aus. Nun will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den Industriestandort mit einem Programm in Höhe von 100 Millionen Euro unterstützen. Dieses sieht unter anderem Mittel für die Forschung in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Wasserstofftechnologie sowie die Förderung der Luft- und Raumfahrt vor.

Söder will mit der sogenannten „Hightech-Agenda“ ein Hightech-Forschungsnetzwerk in Bayern aufbauen. Ein „echter Turbo“ für die Wissenschaft soll das Konzept sein. Zwei Milliarden Euro sollten deshalb ursprünglich bis 2023 in die Entwicklung neuester Technologien und deren Umsetzung in die Praxis fließen. Weil Corona nun jedoch die Wirtschaft empfindlich ausgebremst hat und in Bayern wichtige Bereiche wie Auto, Luft- und Raumfahrt sowie Maschinenbau massiv unter der Krise leiden, soll die Hightech-Agenda beschleunigt werden. Zudem wird das Programm auf insgesamt 3,5 Milliarden Euro in zwei Jahren finanziell aufgestockt. Ohne Gegenmaßnahmen drohe eine Deindustrialisierung, befürchtet Söder. Mittel- bis langfristig sei die Förderung, die der Freistaat nun plant, der beste Weg aus der Krise. Auch für den gebeutelten Wirtschaftsraum Augsburg, der nun 100 Millionen Euro bekommen soll. 
Söders Ankündigung seien in den vergangenen Monaten mehrere Gespräche der Stadt Augsburg mit der Bayerischen Staatskanzlei sowie den Wissenschafts- und Wirtschaftsministerien vorausgegangen, berichtet die Stadt Augsburg in einer Pressemitteilung. In enger Abstimmung habe darauf aufbauend die Augsburger Allianz für Arbeitsplätze – ein Gremium aus Vertretern von Stadt Augsburg, Industrie- und Handelskammer Schwaben, Handwerkskammer Schwaben, Agentur für Arbeit, IG Metall, Deutscher Gewerkschaftsbund und Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft – Ideen zur Weiterentwicklung des Standorts ausgearbeitet und als Zukunftsprogramm weitergetragen. 
Das Programm soll dabei auf den Stärken und Kompetenzen des Wirtschaftsstandorts und davon abgeleiteter vorentwickelter Konzepte aufbauen, schreibt die Stadt. Insbesondere in den Bereichen Neue Materialien und Verfahrenstechnik in der Kombination mit Künstlicher Intelligenz habe Augsburg ein Alleinstellungsmerkmal. Ein Schwerpunkt sei unter anderem die Weiterentwicklung von Produktionsverfahren, um weiterhin wettbewerbsfähige Produkte herstellen zu können. Ein wichtiges Ziel sei dabei, „anwendungsorientierte und unternehmensnahe Projekte und Ergebnisse zu erzielen“. Dadurch sei es möglich, dass nicht nur die ansässigen Großunternehmen profitieren, sondern auch mittelständische Unternehmen. Weitere Bausteine des Programms sind die Aufstockung des entsprechenden Programms für Luft- und Raumfahrt sowie Projekte im Bereich Wasserstofftechnologie. Auch hier sollen die bereits vorhandenen Strukturen sowie die Anforderungen der Unternehmen vor Ort betrachtet werden, um passgenau agieren zu können. 
„Der Freistaat Bayern setzt mit seinem Programm ein wichtiges Signal für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts. Mit der Fördersumme von 100 Millionen Euro ist es nun möglich, Augsburg in dem zukunftsweisenden Technologiefeld Künstliche Intelligenz über verschiedene Branchen hinweg weiter voranzubringen“, sagt die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber zu den Plänen des Ministerpräsidenten.
„Es geht um einen kombinierten Aufschlag: Die Forschung und Entwicklung in Augsburg in diesen wichtigen Bereichen weiter zu fördern und von Anfang an die Ergebnisse in die Produktion vor Ort zu bringen. So ist es möglich, Wettbewerbsfähigkeit auszubauen und Arbeitsplätze zu sichern beziehungsweise zu schaffen“, ergänzt Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle. 
Die Umsetzung des Programms soll so schnell wie möglich erfolgen. Laut Weber sende die Investition gerade in Zeiten von Corona und der Ankündigung von Arbeitsplatzverlusten in Unternehmen  das richtige Signal für zukunftsfähige Lösungen. (kd/pm)

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