Ärger um Theatersanierung: SPD und Linke fordern Moratorium

Hinter dem Großen Haus am Kennedyplatz laufen bereits die vorbereitenden archäologischen Grabungen für den Bauteil 2. Die SPD würde diesen allerdings lieber nicht fertiggestellt sehen.

Am 23. Juli ist die Sanierung Thema im Stadtrat. SPD will den Theaterneubau auf den Prüfstand stellen.

Die Sanierung des Augsburger Staatstheaters macht Ärger, und das nun seit fast genau einem Jahr. Seit Juli vergangenen Jahres ist bekannt, dass der Neubau hinter dem Großen Haus deutlich teurer wird als ursprünglich vom Stadtrat beschlossen. Erst seit knapp zwei Wochen ist allerdings bekannt, wie viel teurer das Gebäude  werden könnte. In der kommenden Stadtratssitzung am 23. Juli. steht nun ein erneuter Beschluss an: Es geht um die Frage, ob die Stadt trotz der Kostensteigerung an den ursprünglichen Planungen festhalten wird. Die Chancen dafür stehen gut, denn laut Koalitionsvertrag sind sowohl die CSU als auch die Grünen für eine Fortführung der Arbeiten. Dagegen sprechen sich nun auch SPD und Linke aus.

72,8 Millionen Euro waren ursprünglich für den Bauteil 2 vorgesehen, an dem die Kostensteigerungen aufgetreten sind. Die Architekten sollten nach den Preissteigerungen im vergangenen Jahr eine Sparvariante entwickeln. Das Ergebnis wurde nun bekannt: Für weniger als 115,6 Millionen Euro seien die Anforderungen an das Gebäude laut Baureferent Gerd Merkle (CSU) nicht zu erfüllen.

Doch gegen die Kostenexplosion regt sich im Stadtrat Widerstand. Die Vereinigung Augsburg in Bürgerhand, die mit Bruno Marcon im Stadtrat vertreten ist, hat bereits ein Bürgerbegehren angekündigt. Nun meldet sich auch der Zusammenschluss aus SPD und der Linken zu Wort. Die "Soziale Fraktion" fordert von OB Eva Weber, statt einer Entscheidung über die aktuellen Planungen ein Moratorium zum Staatstheater zu beschließen.

„Die aktuelle Kostenentwicklung fordert dringend eine neue Bestandsaufnahme und Überprüfung der gegenwärtigen Planungen", sagt Fraktionsvorsitzender Florian Freund (SPD). "Jetzt eine Entscheidung zu treffen, mit dem Hintergedanken, wir rücken von den Planungen nicht mehr ab, koste es was es wolle, ist mit der Sozialen Fraktion nicht zu machen."

Stattdessen müsse man aus Ansicht der Fraktion noch einmal alles in Ruhe analysieren und Alternativen prüfen. Bereits vor der Kommunalwahl hatten die SPD und ihr OB-Kandidat Dirk Wurm gefordert, eine dauerhafte Spielstätte auf dem Gaswerkgelände als Alternative zum Bauteil 2 in Betracht zu ziehen.

Die SPD habe sich stets zum Theaterstandort des Großen Hauses bekannt, dessen Sanierung in den Planungen als Bauteil 1 bezeichnet wird, schreibt die Partei nun. " Deshalb muss sich die Sanierung des Theaters auch auf diesen Bauteil konzentrieren", fordert Wurm. Für den Bauteil 2 müsse man "aufgrund der Kostenexplosion" weiterhin Alternativen prüfen.

Die Corona-Krise hat die finanzielle Situation der Stadt Augsburg bereits stark geschwächt. „Augsburg hat die höchste Neuverschuldung seit der Nachkriegszeit", sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jutta Fiener (SPD). "Jetzt gerade in dieser schwierigen Zeit erneut Kredite aufzunehmen, um ein Luftschloss zu bauen, ist verantwortungslos."

Außerdem sei weiterhin nicht bekannt, ob für das Gaswerkareal, für das bereits 100 Millionen Euro investiert worden seien, ein neuer großer Dauermieter wie das Staatstheater gewonnen werden könne. "Eine zweite Großbaustelle im Kulturbereich kann sich Augsburg erst recht nicht leisten", meint Fiener. "Deshalb ist die Überlegung die zweite Spielstätte auf dem Gaswerkareal dauerhaft unterzubringen die absolut richtige." Neben der zweiten Spielstätte enthält der geplante Bauteil 2 unter anderem auch Werkstätten sowie Lager- und Proberäume für das Staatstheater.

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