Augsburger Radbegehren hat nötige Unterschriften für Bürgerentscheid erreicht

Symbolische Aktion vor dem Augsburger Rathaus: Drei der Initiatoren des Radentscheids „hämmern“ ihre Forderungen an das Portal.

Augsburger Radentscheid hat inzwischen 12 819 Unterschriften gesammelt und fordert die Stadtregierung zum Handeln auf

Am 1. März startete die Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren „Fahrradstadt jetzt“. Die ersten 6500 von 11 000 nötigen Unterschriften hatten die Organisatoren nach zwei Wochen gesammelt, doch dann stoppte der Corona-Virus die Sammlung rund drei Monate lang.

Seit Juni sind die Radaktivisten mit ihren Unterschriftenlisten wieder auf Augsburgs Straßen unterwegs und freuen sich nun, dass sie die nötigen Unterschriften für einen Bürgerentscheid erreicht haben: Laut den Zählungen dieser Woche seien inzwischen 12 819 Unterschriften zusammengekommen. Die Sammlung soll allerdings noch weitergehen.

Gerade das Coronavirus hat die Aktivisten noch einmal in ihren Forderungen bestärkt. Jens Wunderwald, einer der Sprecher des Aktionsbündnisses, betont: „Platz für Fußgänger und Radfahrer, saubere Luft und singende Vögel, das wünschen wir uns auch ohne Corona. Inzwischen ist das Geschichte, und der Autoverkehr hat Augsburg wieder im Griff." Entscheidend sei aber, dass nun wieder Unterschriften gesammelt werden könnten, und die Zustimmung "riesig" sei. "Das zeigt das Ergebnis unserer neuesten Auszählung", so Wunderwald.

Bei der Rathausspitze werde die Zustimmung zu den Forderungen der Aktivisten zwar angedeutet, aber das schlage sich bislang nicht in konkreten Beschlüssen oder Maßnahmen nieder, kritisiert das Augsburger Klimacamp der Fridays for Future-Bewegung, einem der Initiatoren des Bürgerbegehrens.

Ihre Forderungen haben die Aktivisten nun in einer symbolischen Aktion ans Augsburger Rathausportal geschlagen. Zugleich gaben die Organisatoren bekannt, dass das Unterschriftensammeln auch noch über die Sommerferien und danach weitergehen soll. Zwei Drittel aller Bürger, die auf der Straße angesprochen werden, hätten das Radbegehren unterschrieben, sagt Andreas Leitschuh von den „Parents for Future“. Das zeige, "dass wir erstens auf dem richtigen Weg sind und zweitens noch lange nicht alle Stimmberechtigten erreicht haben.“

Viele Städte in Deutschland hätten die Corona-Zeit genutzt, um großzügig neue Radwege auszuweisen, so Arne Schäffler, Vorstand beim Radfahrverband ADFC und ebenfalls Sprecher des Aktionsbündnisses. München habe ehrgeizige Pläne für mehr Radinfrastruktur. "„In Augsburg ist leider praktisch nichts passiert in den letzten 12 Monaten“, kritisiert Schäffler. "„Es reicht nicht, in Interviews zu bekennen, dass Augsburg mehr Radwege braucht. Wir erwarten, dass endlich Beschlüsse gefasst werden für sicherere Kreuzungen und neue Radwege. Andere deutsche Großstädte beweisen, dass da viel geht in sechs oder 12 Monaten. Aber eben nicht Augsburg.“

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 

Neueste Kommentare

Sechsfleck Widderchen.
52 Minuten 27 Sekunden
Kritik an "heidnischen" Elementen: Wem …
2 Tage 21 Stunden
Licht+Schatten.
4 Tage 12 Stunden
VERLOSUNG: 3x2 Tickets für Festkonzert im …
1 Woche 12 Stunden
VERLOSUNG: 3x2 Tickets für Festkonzert im …
1 Woche 14 Stunden


X