Ausgeklatscht!

von LeserReporter Charmaine Mueller aus Stadtbergen

Jetzt werden Unterschriften gesammelt und Jens Spahn überreicht.

Alle Mitbürger sollen sich beteiligen um den Pflegenotstand zu beenden.


 

Charmaine Mueller

Ausgeklatscht! Jetzt muss gehandelt werden!

In Italien war es im März so weit. Nachdem der totale Lockdown beschlossen war, mussten die meisten Mitbürger zu Hause bleiben.

Bald darauf kam es auch in Bayern zu einer Ausgangsbeschränkung. Systemrelevante Berufsgruppen durften und vor allem mussten ihrer Arbeit nachgehen.

 

Pflegekräfte, die sonst quasi unsichtbar arbeiten, standen plötzlich im Rampenlicht. Plötzlich waren Sie mit einer Situation konfrontiert, die alles bisher schon da gewesene übertraf.

Sie mussten sich in den Krankenhäusern um Corona-Infizierte kümmern, in Alten und Pflegeheimen die Bewohner betreuen, und das ohne ausreichende Schutzkleidung oft bis zur totalen Erschöpfung. Etliche fielen sogar selbst diesem heimtückischen Virus zum Opfer.

 

Wie wichtig diese Berufsgruppe für unsere Gesellschaft ist, wurde durch Corona schnell sichbar, weshalb sie allabendlich beklatscht wurden, als wertschätzendes Zeichen der Bevölkerung, und wurden gefeiert, als Helden der Nation.

Inzwischen jedoch ist es ruhig geworden. Die Infektonszahlen steigen zwar wieder, aber die Menschen sehen keine schokierenden Bilder mehr im Fernsehen.

Für das Pflegepersonal hat sich die Situation jedoch nicht verändert. Der Pflegenotstand, d.h. der Personalmangel, der schon in der 70iger Jahren Thema war, ist auch heute präsent. 50 Jahre später!

Pflegekräfte sind unterbezahlt, die Arbeitsbedingungen katastrophal, und das in einem Land, von dem immer gesagt wird, wir hätten ein gutes Gesundheitssystem.

Und was genau passiert jetzt?

Wie soll das weiter gehen? Um diesem desolaten Zustand entgegenzuwirken, haben nun Sozialverbände und Gewerkschaften Kampagnen gestartet, die jetzt alle aufrufen sich wieder zu beteiligen. Jetzt müssen Taten folgen, damit das Klatschen mehr ist als eine kurze Wertschätzung.

Damit es künftig allgemeinverbindliche gute Tariflöhne gibt, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, ein verbindliches Arbeitszeitgesetz, eine gute Altersvorsorge und eine ausreichende Personaldecke, die den Beruf wieder attraktiv macht, denn diese Berufsgruppe ist für uns alle »systemrelevant«.

Viele würden diesen Beruf gerne ergreifen, denn wie schon Papst Franziskus sagte: »Dies sind Menschen, die uns in entscheidenden Momenten des Lebens nahe stehen, wie bei der Geburt, des Todes und der Genesung«.

Allein schon deshalb gilt diesem Berufsbild die höchste Anerkennung. Und um das zu erreichen, bedarf es der Solidarität aller. Beim Klatschen und Singen von Balkonen hat es ja auch funktioniert.

 

Die Kampagne »Pflege braucht Zukunft« wurde von Christa Wolpert, Vorstandsmitglied der KAB – der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung - gestartet.

Auf der online Plattform change.org werden Unterschriften zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege gesammelt und Jens Spahn (Bundesminister für Gesundheit) überreicht. Nächstes Jahr sind Landtags- und Bundestagswahlen. Deshalb zählt jede Unterschrift.

Druck auf die Politik.

Nur wenn der Druck auf die Politik groß genug ist, muss diese Forderung der Gesellschaft ernst genommen werden.

Beteiligen Sie sich. Setzen Sie online ein Signal. Dort können Sie mit einem Klick ihre Stimme abgeben unter:

https://www.change.org/pflege-braucht-zukunft

Erzählen Sie es weiter. Teilen Sie die Petition auf den sozialen Netzwerken. Beteiligen Sie sich. Es geht uns alle an.

Nicht nur reden, sondern machen!

 

 

 

 

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