Bürgerbegehren gegen Augsburger Theatersanierung kommt

Wichtiges Prestigeprojekt oder unnötige Kostenfalle? Die Sanierung des Augsburger Staatstheaters sorgt bereits seit längerem für Diskussionen.

Gegen die Kostensteigerung bei der Sanierung des Augsburger Staatstheaters regt sich immer mehr Widerstand.

Die Sanierung des Augsburger Staatstheaters wird in den kommenden Wochen und Monaten wohl erneut für Diskussionen sorgen. Denn es gibt nun konkrete Planungen für ein Bürgerbegehren, das die Stadt mit Blick auf die Kostensteigerungen zum Umdenken bewegen soll.

Eigentlich hätte nach der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause, in der das prestigeträchtige Bauprojekt diskutiert wurde, endlich alles geklärt sein sollen: Gegen die Stimmen der Opposition beschlossen die Regierungsparteien CSU und Grüne am 23. Juli, mit den Planungen von Architekt Walter Achatz fortzufahren. Der Architekt hatte kurz zuvor eine angepasste Variante seiner ursprünglichen Pläne vorgestellt, die die Kostensteigerungen so gering wie möglich halten sollte. Das Staatstheater muss dafür einige Abstriche machen, besonders im geplanten Neubau, dem Bauteil 2. Deutlich teurer wird dieser trotzdem, auch aufgrund der Baukostensteigerung, die zuvor nicht mit einberechnet wurde. Statt 72,8 Millionen soll der Neubau nun 115,6 Millionen Euro kosten.

Die Opposition hatte in der Sitzung erfolglos ein Moratorium und die Untersuchung kostengünstigerer Alternativen gefordert. Diese Forderung will nun ein laut eigenen Angaben "breites Bündnis" aus zivilgesellschaftlichen Gruppierungen und Einzelpersonen mit einem Bürgerbegehren aufgreifen, das in der kommenden Woche genauer vorgestellt werden soll.

Wie Peter Bommas, Geschäftsführer des Kulturpark West und einer der Initiatoren, bestätigt, wolle man durch das Bürgerbegehren einen sofortigen Planungs- und Vergabestopp für das Bauprojekt erreichen, "damit die Stadtverwaltung kostengünstigere Alternativen prüfen und vorlegen kann". Das geforderte Moratorium soll neben dem Bauteil 2, für den aktuell die Vorbereitungen laufen, auch für die bereits gestarteten Sanierungsarbeiten im Bauteil 1, dem Großen Haus, gelten.

Das Bündnis, das das Bürgerbegehren organisieren will, habe sich laut Bommas in einem längeren Diskussionsprozess zusammengefunden, nachdem das von der Stadtratsopposition geforderte Moratorium um Juli abgelehnt wurde. Im Zentrum stehe die "Kostenexplosion" bei der Sanierung des Staatstheaters, "mit ihren Auswirkungen auf viele kulturelle und soziale Bereiche, die alle Augsburger betreffen". Darum sollten auch alle Augsburger mitentscheiden, finden die Organisatoren.

Die Augsburger Linken haben bereits bekannt gegeben, dass sie das Bürgerbegehren unterstützen wollen. Geteilter Meinung ist wohl die SPD, die selbst ein Moratorium gefordert hatte, der die Einbeziehung des Großen Hauses, das auch aus Statik- und Brandschutzgründen dringend saniert werden musste, aber zu weit geht.

Die Stadtregierung hatte ein Moratorium ursprünglich auch deswegen abgelehnt, weil eine weitere Verzögerung wohl weitere Kostensteigerungen zur Folge haben würde. Bei einem endgültigen Baustopp wären zudem bislang investierte Gelder verloren.

Damit sich der Stadtrat mit dem Bürgerbegehren befassen muss, müssen die Organisatoren vorerst rund 11 000 Unterschriften sammeln. Wenn der Stadtrat die Ziele des Begehrens dann nicht übernehmen möchte, kommt es zu einem Bürgerentscheid, in dem alle Augsburger zur Abstimmung aufgerufen sind.

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