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Keine "Pflegeheim-Polizei": Awo Schwaben kritisiert neue Pflege-Taskforce

(Symbolbild)

Die Awo, Träger mehrerer Altenheime in der Region Augsburg, spricht sich gegen zusätzliche Kontrolle aus.

Die Arbeiterwohlfahrt Schwaben (Awo) hat in einer Pressemitteilung die Einrichtung der sogenannten "schnellen Einsatzgruppe Pflege" kritisiert, die seit seit Montag in Bayern im Einsatz sein soll. Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek hatten diese Medienberichten zufolge am Sonntag beziehungsweise am Montag angekündigt.

Mitarbeiter des 200-köpfigen Teams sollen demnach alle Pflegeheime mit mindestens einer Corona-Infektion über nötige Maßnahmen zum Infektionsschutz beraten und deren Umsetzung in den Heimen kontrollieren. Wenn es zu einer Infektion in einem Heim gekommen ist, soll die Einsatzgruppe auch prüfen, ob eine Verlegung von Bewohnern oder sofortige Reihentestungen sinnvoll sind. Außerdem soll in Notfällen auch die Fachkraftquote in den Heimen ausgesetzt werden können. Durch die Maßnahmen soll das weitere Ausbruchsgeschehen in den Heimen eingedämmt werden.

Die Awo Schwaben, die im Regierungsbezirk 25 Seniorenheime betreibt, hat diese Maßnahme des Bayerischen Gesundheitsministeriums nun scharf kritisiert. Die Einsatzgruppe bezeichnete der Träger in seiner Pressemitteilung als "Pflegeheim-Polizei" - und zusätzlich als "völlig unnötig und auch den Heimbetrieb unangemessen belastend". Insbesondere würden in der Öffentlichkeit durch die Ankündigung falsche Erwartungen geweckt, glaubt die Awo. Denn die Heime hätten in der Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern und Heimaufsichten bereits ein Kontrollsystem "in ausreichender Qualität".

Auch die Ankündigung, die Fachkraftquote in Heimen aussetzen zu wollen, sieht die Awo negativ: "Dies würde ein völlig falsches Signal setzen", heißt es in der Pressemitteilung. "Die Pflegequalität staatlich zu reduzieren ist ein Stück Würdeentzug gegenüber den Bewohnern." Die Fachkraftquote sieht für gewöhnlich vor, dass jeder zweite eingesetzte Mitarbeiter eine ausgebildete Pflegefachkraft sein muss.

Für Hilfestellungen seitens der staatlichen oder kommunalen Behörden sei man in den Pflegeheimen der Awo dankbar, nicht jedoch für den "vorgesehenen Kontrollbürokratismus", schreibt die Awo weiter. Stattdessen brauche es eine Unterstützung der technischen Dienste, bei der Vermittlung von Mitarbeitern oder bei den Zugangstests in den Heimen. (pm)

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