Region: Augsburg Stadt

Lasershow statt Feuerwerk? Heuer könnte es in Augsburg an Silvester ruhig zugehen

Feuerwerk verboten? Die V-Partei beantragt ein Böllerverbot für das gesamte Augsburger Stadtgebiet.

In den Niederlanden wird Silvester heuer ohne Feuerwerk gefeiert. So soll das Gesundheitssystem in Zeiten der Corona-Pandemie geschont werden. In Deutschland gibt es ein solches Verbot bislang nicht. Die Entscheidung liegt also bei den Kommunen. Die V-Partei fordert in Augsburg nun mittels eines Dringlichkeitsantrages ein Böllerverbot für das gesamte Stadtgebiet. Stattdessen solle die Stadt prüfen, ob eine Laser- und Drohnenshow als Ersatz möglich wäre.

Für viele Menschen gehört das Feuerwerk um Mitternacht zu Silvester einfach dazu. Doch jedes Jahr werden dabei zahlreiche Menschen zum Teil auch schwer verletzt und müssen im Krankenhaus behandelt werden. Durch Corona seien viele Kliniken ohnehin bereits an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen, nun solle sichergestellt werden, dass nicht an Silvester weitere Patienten versorgt werden müssten, begründen die Niederlande ihr Feuerwerksverbot.

Ebenso argumentiert nun die V-Partei in ihrem Antrag an die Stadt: Die Krankeneinrichtungen in Augsburg bekämen zur Corona-Situation eine Zusatzbelastung, die durch ein Böllerverbot vermeidbar wäre. Die Fraktion bezieht sich dabei nicht nur auf akut Verletzte, sondern auch auf chronisch Kranke, denn Asthmatiker oder Herz-Kreislauferkrankte litten unter der erhöhten Feinstaubbelastung.

"Auch die Freisetzung von Treibhausgasen nimmt in der Silvesternacht zu", schreibt die V-Partei weiter. "Mit der Verleihung des Zukunftspreises an das Klima-Camp ist auch eine Selbstverpflichtung für entsprechende Maßnahmen entstanden, diese hier wäre eine solche."

Nicht zu unterschätzen seien zudem die Auswirkungen auf die Tiere. Gerade in der kalten Jahreszeit, in welcher diese mit ihren Kräften haushalten müssten, würden sie "durch die stundenlangen Ballereien in der Silvesternacht in Todesangst versetzt. Sie werden aus dem Winterschlaf geweckt, verfallen in Panik, verlieren dadurch für den Winter überlebenswichtige Energie und sterben auch durch die ausgelöste Furcht an Herzversagen." Auch die in der Natur verstreuten Plastikteile der Geschosse seien problematisch, sie würden von Tieren häufig mit Futter verwechselt.

Ein Feuerwerksverbot ist in Augsburg nicht generell neu. Bereits seit 2017 sind im Bereich rund um die Maximilianstraße und die angrenzenden Plätze Böller nicht mehr erlaubt. Die V-Partei beantragt nun, dieses Verbot auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten. In diesem Zusammenhang solle geprüft werden, ob als Ersatz eine Laser- und Drohnenshow von den hohen Gebäuden der Stadt wie dem Hotelturm, dem Perlachturm und dem Gaskessel möglich wäre.

Mit dem Antrag soll sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag befassen. Unterdessen gehen auch die bundesweiten Diskussionen zum Thema Feuerwerk in der Ministerpräsidentenkonferenz weiter. Während die sieben SPD-geführten Bundesländer ein Verbot befürworten, wollen die sieben CSU-geführten Länder Feuerwerke erlauben und lediglich an die Vernunft der Menschen appellieren. "Wenn entsprechende Beschlüsse des Freistaats Bayern getroffen wurden, werden wir uns damit beschäftigen", sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber während einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage am Dienstag, als sie weitergehende Maßnahmen ab Freitag ankündigte. 

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