Mitarbeiter der Uniklinik demonstrieren für bessere Bedingungen während der Corona-Pandemie

Mitarbeiter des Universitätsklinikums Augsburg haben am Freitag für bessere Bedingungen in den Corona-Stationen demonstriert.

Über 100 Delegierte aus verschiedenen Bereichen der Uniklinik Augsburg haben sich am Freitag vor dem Haupteingang des Krankenhauses versammelt, um stellvertretend für rund 1600 Mitarbeiter des Krankenhauses Verbesserungen zu fordern.

Die Hauptforderungen: Nicht nur die Pflegekräfte sollen einen Corona-Bonus erhalten, sondern alle Mitarbeiter, die wegen der Corona-Pandemie im Arbeitsalltag besonders belastet sind und waren. Außerdem müsse das Personal angemessen ausgestattet werden und eine zusätzliche Pause beim Arbeiten unter Vollschutz eingeführt werden.

In den vergangenen Wochen hatte die Betriebsgruppe der Gewerkschaft Verdi mit diesen Forderungen die Petition der bayrischen Unikliniken mitgestartet. 1647 Beschäftigte aus allen Bereichen des Augsburger Krankenhauses, so etwa aus der Pflege, der Reinigung, der Technik oder der Küche, haben diese Petition unterstützt.

Die Klinikbeschäftigten betonten am Freitag, dass sie die öffentliche Wertschätzung als „systemrelevant“ und „Helden der Arbeit“ durchaus als wichtige Zeichen von Anerkennung und Respekt wahrgenommen hätten. „Aber eine Einmalzahlung - die ja nur ein Bruchteil von uns bekommen hat - und ein paar Wochen Klatschen reichen uns nicht!“, so die Initiatoren der Petition, die alle aus der Pflege stammen. „Denn wir alle wissen: Schon unter normalen Umständen arbeiten viele von uns an der Grenze der Belastbarkeit. Mit Corona wurde diese Situation nochmal deutlich verschärft.“

Gerade zu Beginn der Pandemie habe es große Unsicherheit gegeben, ob die Schutzkleidung reichen würde. Der gesamte Betrieb wurde umgestellt, neue Stationen wurden geschaffen. Geplante OPs wurden abgesagt, um Personal und Betten zu generieren. Viele seien auf andere Arbeitsplätze abgeordnet worden oder hätten sich freiwillig gemeldet, um mit ihrem Einsatz in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Da alle Beschäftigten in dieser Situation vor großen Herausforderungen gestanden hätten, müsse auch allen Beschäftigten ein Bonus zustehen, so die Forderung.

So hätten zum Beispiel die Reinigungskräfte die Covid-19-Stationen hygienisch sauber gehalten und die Techniker in Windeseile neue Stationen aufgebaut.

Die Pflege fordert aber auch eine bessere Personalausstattung während der Corona-Krise: Eine eins zu eins Betreuung auf Intensivstationen und eine eins zu vier Betreuung auf allen anderen Stationen, wo unter Vollschutzgearbeitet werden muss. „In voller Schutzausrüstung zu arbeiten bedeutet, schlecht atmen zu können, oft Kopfschmerzen zu haben, völlig verschwitzt zu sein unter den Kitteln. Das alles sind hinreichende Gründe, um eine extra Pause nehmen zu dürfen - und zwar bezahlt. Unsere eigene Gesundheit darf nicht leiden, damit ist niemandem geholfen.“, betonen die Beschäftigten.

Der Corona-Bonus und verbesserte Arbeitsstandards in den Corona-Stationen seien dringend notwendig. "Sonst werden

weitere Kolleginnen und Kollegen die Flucht aus dem Beruf ergreifen oder selbst krank werden“, so Tim Graumann, Gewerkschaftssekretär für Soziales und Gesundheit in Augsburg.

Verdi wird die Petition nun an die Landesregierung übergeben, zusammen mit Unterschriften aus anderen Uniklinika. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen etwa 10.000 Unterschriften gesammelt. (pm)

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