OB Weber kritisiert Corona-Demos in Augsburg: "Demonstrieren ja – aber nicht auf Kosten unserer Gesundheit"

Eva Weber hat das Verhalten einiger Demonstranten am Samstag in Augsburg scharf kritisiert.

Die Stadt Augsburg verurteilt die Verstöße gegen geltende Hygieneregeln und nennt das Verhalten "inakzeptabel". Stadt und Polizei wollen nun das Demo-Geschehen evaluieren und geeignete Maßnahmen entwickeln.

Das Verhalten vieler Demonstranten auf dem Augsburger Rathausplatz am vergangenen Samstag wird von Oberbürgermeisterin Eva Weber in einer Pressemitteilung der Stadt scharf gerügt: "Augsburg gehört zu den Großstädten in Deutschland mit vergleichsweise niedrigen Corona-Infektionszahlen. Das gilt sowohl in absoluten Zahlen als auch für die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Eine solch positive Entwicklung lassen wir uns durch eine ignorante, lauthalse und rücksichtslose Minderheit, wie sie am Samstag aufgetreten ist, nicht kaputt machen."

Die Zeche bezahlen laut Weber Menschen, die "unseren Schutz als Gesellschaft am meisten brauchen". Hier seien Haltung und Disziplin üben angezeigt. Die OB erinnert daran, Mund-Nase-Bedeckung zu tragen und mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten. Es gehe hier nicht darum, das Demonstrationsrecht oder andere Grundrechte in Frage zu stellen, sondern um das Einhalten zwingender Hygieneregeln und "um Vernunft, um die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen".

Verhalten zieht Infektionsausbreitung nach sich

Derzeit untersuchen Polizei und der Freistaat Bayern zusammen mit den großen bayerischen Städten das Geschehen vom Samstag, um geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Wie Ordnungsreferent Frank Pintsch hervorhebt, sei das Demonstrationsrecht ein zentraler Bestandteil unseres Rechtsstaats. "Versammlungen in Corona-Zeiten waren bislang von großem Verantwortungsbewusstsein der Veranstaltungsleitungen getragen, so dass das Abstandsgebot ohne weiteres gewahrt werden konnte. Am Samstag wurde zum Teil wohl ganz bewusst gegen die geltenden Hygieneregeln verstoßen, die allerdings Teil des Genehmigungsbescheids waren." Aus Sicht der Stadt Augsburg sei dies unverantwortlich gegenüber der Gesundheit und dem Lebensschutz vieler Bürger. Ein solches Vorgehen gefährdet die bisherigen Erfolge beim Infektionsschutz und zieht eine weitere Ausbreitung des Virus in Augsburg nach sich", so Pintsch. Das Ganze sei zugleich "ein Schlag gegen alle Bürgerinnen und Bürger, die sich diszipliniert und verantwortungsbewusst an der Eingrenzung des Virus beteiligen und solidarisch zeigen". Dass wenige Personen eine Vielzahl von Bürger in erhöhte Gefahr bringen, sei inakzeptabel. (pm)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

Neueste Kommentare

Gablingen von einer Wiese aus betrachtet.
1 Tag 5 Stunden
Gablingen von einer Wiese aus betrachtet.
1 Tag 20 Stunden
Kornblumen ....
3 Tage 13 Stunden
Roter Mohn ....
3 Tage 16 Stunden
Kornblumen ....
3 Tage 16 Stunden


X