Region: Augsburg Stadt

In die Planung der Linie 5 kommt wieder Fahrt: Stadtrat soll am Donnerstag entscheiden

Die Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Augsburg (Ana) ist mit den Plänen der Stadt nicht zufrieden. Sie vermisse insbesondere eine Variante unter Einbeziehung der Localbahntrasse parallel zur Hessenbachstraße.

Die Planung der Straßenbahnlinie 5 war zuletzt eher ausgebremst worden. Vor zwei Jahren teilten die Verantwortlichen das Großprojekt in zwei Abschnitte auf, danach wurde es relativ ruhig um die neue Tram, die in ferner Zukunft durch den Hauptbahnhoftunnel bis zum Augsburger Uniklinikum fahren soll. Am Donnerstag nun will der Stadtrat über den Planfeststellungsantrag entscheiden, der dann an die Regierung von Schwaben zur Genehmigung gegeben werden soll.

Die Planfeststellung betrifft jedoch freilich nur den ersten Abschnitt vom Hauptbahnhof zur Bürgermeister-Ackermann-Straße. Im zweiten Abschnitt hakt es an den Knotenpunkten zwischen B17-Querung und Kriegshaberstraße. Deshalb "und auch um die Inbetriebnahme des Hauptbahnhofes mit einem Straßenbahnbetrieb westlich des Tunnels zu ermöglichen" – sprich damit Untertunnelung und Trasse möglichst zeitgleich fertig werden – erfolge die Aufteilung in zwei Abschnitte, erklärt die Stadtverwaltung in der Vorlage für die Stadtratssitzung.

Bereits 2014 war die Führung der Trasse zwischen dem künftigen Bahnhofsvorplatz im Westen und der Bürgermeister-Ackermann-Straße als „Flügelung“ entwickelt worden – also mit der stadtauswärtigen Straßenbahn über die Rosenaustraße und die Pferseer Straße und der stadteinwärtigen Straßenbahn über die Perzheimstraße und die Hörbrotstraße. Im Anschluss wurde längere Zeit darum gerungen, ob die Linie 5 danach über die Hessenbachstraße oder die Holzbachstraße verlaufen soll. Schließlich entschieden sich Stadt und Stadtwerke für letztere Variante.

Auch die bestehende Linie 3 soll in Zukunft durch den neuen Bahnhofstunnel – wenn er denn fertig ist – fahren und zwischen Hauptbahnhof und Pferseer Straße "geflügelt" werden. Die Trennung der beiden Linien erfolgt dann am Knotenpunkt Pferseer Straße /Holzbachstraße, wo die Linie 3 wie bisher auf die Luitpoldbrücke fährt und die Linie 5 nach Norden in die Holzbachstraße abbiegen soll. In diesem Bereich wird den Plänen zufolge auch eine zusätzliche Haltestelle gebaut.

Antrag soll noch in diesem Jahr eingereicht werden

Die Einreichung des Planfeststellungsantrages nach Zustimmung des Stadtrates sei "noch im Jahr 2020 erforderlich, damit für die Verkehrsgutachten der Prognosehorizont" von mindestens zehn Jahren bis zum Prognosejahr 2030 "gehalten werden kann", betont die Stadtverwaltung.

Die Planfeststellung des zweiten Bauabschnitts bis zum Klinikum solle im Jahr 2021 eingereicht werden, gibt sich die Stadtverwaltung optimistisch.

Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr kritisiert Pläne

Nicht zufrieden mit der Trassenführung ist indes die Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Augsburg (Ana). "Während von Seiten der Politik noch vor der Wahl angekündigt wurde, man könne erst über Varianten diskutieren, wenn genügend auf dem Tisch lägen, findet diese Diskussion nun überhaupt nicht statt", so die Ana. Mit den aktuellen Plänen drohe Augsburg eine Tram, die nach dem Tunnelabschnitt auf der vielbefahrenen Rosenaustraße im Stau steht. Die Arbeitsgemeinschaft will eine "Führung in beiden Richtungen durch die Hörbrotstraße". Die solle dafür "verkehrsberuhigt werden und die Schaffung von Anwohnerparkplätzen in der Nähe geprüft werden". Auch schlägt die Ana vor, eine "eigene Querung der Wertach für die Straßenbahn ausgehend von der Hörbrotstraße zur Augsburger Straße/Hessenbachstraße zu prüfen".

Die Ana moniert zudem einen "unvollständigen Trassenvergleich": "Wir vermissen insbesondere eine Variante unter Einbeziehung der Localbahntrasse parallel zur Hessenbachstraße." Dabei hatten die Stadtwerke vor einigen Jahren selbst "eine Trasse entlang der Hessenbachstraße als besonders geeignet bewertet", erinnert die Arbeitsgemeinschaft. "Die Strecke ist für die Localbahn als Teil des Rings zwar nicht verzichtbar, wird aber seltenst befahren und hat im Bereich Pfersee keine Anschlussgleise mehr." Es sei deshalb wie in Bremen oder Kassel "eine platzsparende Mitnutzung der Trasse durch die Straßenbahn auf eigenen Schienen möglich".

Die „Königsschiene für die Linie 5“

Ebenfalls nicht von den Plänen überzeugt ist die Augsburger SPD. Diese kommt am Dienstagabend in einer Online-Veranstaltung zusammen, an der auch der ehemalige Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Herbert König, teilnehmen wird und den von ihm entworfenen Verlauf über die Rosenaustraße präsentieren soll. Die „Königsschiene für die Linie 5“ nennt die SPD diesen Vorschlag. (jaf)

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