Referentenriege komplett: Stadtrat wählt Martin Schenkelberg und Jürgen Enninger

Mit Martin Schenkelberg und Jürgen Enninger haben das Sozialreferat und das Referat für Kultur/Sport ihre Chefs. Die Opposition ärgert sich über das Vorgehen der Regierungsparteien.

Die beiden fehlenden Referentenposten in der neuen Augsburger Stadtregierung unter Oberbürgermeisterin Eva Weber wurden am Donnerstag im Stadtrat gewählt und vereidigt: Martin Schenkelberg übernimmt ab 1. September die Leitung des Sozialreferats und Jürgen Enninger ist ab 1. Oktober der neue Leiter des kombinierten Kultur- und Sportreferats.

Martin Schenkelberg (40) ist gebürtiger Rheinländer und wohnt im Landkreis Ansbach. Der Jurist und Verwaltungswissenschaftler war unter anderem als Referent im Dezernat Bildung, Kultur, Sport und Gleichstellung beim Deutschen Städtetag in Nordrhein-Westfalen tätig. Von dort wechselte er als Dezernatsleiter für Soziales, Jugend, Arbeit, Schule, Kultur, Sport, Gesundheit und Bevölkerungsschutz in den Landkreistag von NRW. Seit April 2020 ist Schenkelberg Referent für Gesellschaft und Soziales der Stadt Ansbach. Den Schritt, nach Augsburg zu gehen, begründet er damit, dass er in der Fuggerstadt politisch wirken könne. Ansbach als kleine Stadt besitzt keine berufsmäßigen Stadträte. Die CDU hatte das Vorschlagsrecht auf den Posten des Sozialreferenten und brachte den 40-Jährigen ins Spiel.

Der neue Referent für Kultur-Welterbe-Sport, Jürgen Enninger (51), stammt aus Pfarrkirchen im Landkreis Rottal-Inn und wurde von den Grünen vorgeschlagen. Der Religionspädagoge und Diplom-Kulturwirt ist im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft kein Unbekannter. Seit 2016 ist er Sprecher des Netzwerks der öffentlichen Fördereinrichtungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland. Als Mitarbeiter für betriebswirtschaftliche Angelegenheiten in der Bayerischen Staatsoper lernte er auch den Betrieb von Staatstheatern kennen. Aktuell leitet Jürgen Enninger das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München, wo er an der Entwicklung des Kreativquartiers mitarbeitet.

Kritik an Auswahlverfahren

Kritik an CSU und Grünen als Regierungsparteien gab es seitens der Opposition bezüglich des Auswahlverfahrens der Kandidaten für die beiden Referentenposten. Der Stadtrat hat Anfang Mai die neue schwarz-grüne Stadtspitze damit beauftragt, die Leitung für die Referate auszuschreiben. „Ich bin davon ausgegangen, dass es ein Auswahlgremium geben wird, das die Vielfalt des Stadtrats abbildet“, zeigte sich Dirk Wurm (SPD) verwundert über die tatsächliche Vorgehensweise. Denn schließlich haben CDU und Grüne unter sich die 56 Bewerber im Bereich Soziales und die 69 Bewerber im Bereich Kultur/Sport angesehen und sich bereits am vergangenen Sonntag geeinigt. In einer Sitzung des Ältestenrats wurden sie dann am Montag vorgestellt. Die beiden Namen sickerten aus der nichtöffentlichen Sitzung an die Presse und waren so bereits im Vorfeld der gestrigen Stadtratssitzung bekannt.

Von Pro Augsburg und der V-Partei³ kam vermehrt die Forderung, die sechs Kandidaten, die für CSU und Grüne in der engeren Auswahl standen, kurz vorzustellen. Wie Weber betonte, sei dies aus Datenschutzgründen jedoch unmöglich. „Das hätte es bei Kurt Gribl nicht gegeben“, machte Florian Freund (SPD) seinem Ärger darüber Luft, dass 40 Prozent des Stadtrats bei der Auswahl außen vor gelassen wurden.

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