Schärfere Regeln für die Maxstraße: Zapfenstreich um 20 Uhr?

Hunderte Feiernde tummelten sich an den vergangenen Wochenenden am Herkulesbrunnen in der Maxstraße.

Bis zu 800 Personen haben sich in der vergangenen Samstagnacht um den Herkulesbrunnen in der Augsburger Maximilianstraße versammelt und unter Missachtung der Corona-Regeln ausgelassen gefeiert. Das teilte Andreas Schaumaier, Leiter der Polizeiinspektion Mitte, am Donnerstag im Stadtrat mit. Um genau solche Szenarien künftig zu vermeiden, hat das Gremium nun einstimmig ein Maßnahmenpaket beschlossen, das schon an diesem Wochenende in Kraft tritt. CSU-Fraktionschef Leo Dietz als Vorsitzender des Gaststättenverbands verließ vor den Beratungen und der Abstimmung den Raum. Als betroffener Gastronom in der Maximilianstraße hatte er nicht abstimmen dürfen.

Das Feiern in der Maxstraße gänzlich zu verbieten, sei laut Ordnungsreferent Frank Pintsch keineswegs die Intention der Stadt. Denn 95 Prozent der Leute würden sich an die Regeln halten, angesichts der Infektionsgefahr müsste die Verwaltung nun aber handeln.

Das verabschiedete Maßnahmenpaket sieht den Verkauf von Mitnahmegetränken, sowohl alkoholische als auch antialkoholische Getränke, nur noch bis Mitternacht vor. Bislang war dies bis 5 Uhr möglich. Speisen sind davon nicht betroffen. "Die städtischen Gastronomen sind nicht begeistert aber einverstanden", erklärte Pintsch. Ihnen sei aber klar, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann.

Das neue Konzept für die Maxstraße beinhaltet zudem, dass Lokale mit fester Außengastronomie am Freitag und Samstag bis 1 Uhr geöffnet haben dürfen. Bislang war das Bewirten der Außenfläche in der Maximilianstraße bis Mitternacht und in anderen Bereichen bis 22 Uhr erlaubt. Durch diese Regelung habe man für das Geschehen in diesem Bereich mit dem Wirt nun einen Verantwortlichen, führte der Ordnungsreferent aus.

Zusätzlich wird die Maxstraße ab 20 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt und nur noch für Anwohner befahrbar sein. "Damit wollen wir das Motorendröhnen aus der Maxstraße verbannen", sagte Pintsch und verwies auf das regelmäßig stattfindende Schaulaufen tiefergelegter Autos. An den Hauptzufahrten Kitzenmarkt und Milchberg wird die Polizei kontrollieren, an kleineren Zufahrten wie der Katharinengasse und Hallstraße übernimmt dies der Ordnungsdienst und ein privater Sicherheitsdienst.

Die Ludwigstraße wird obendrein zwischen der Einmündung Theater-/Kasernenstraße und dem Parkhaus gesperrt.

Nach Ansicht des Ordnungsreferenten sei es durchaus nachvollziehbar, dass durch die Einschränkungen und die geschlossenen Diskotheken und Clubs die Unzufriedenheit steigt. Dennoch müsse man nun einen Mittelweg zwischen Freiheit und den Auflagen des Infektionsschutzes finden.

Wie Polizeivizepräsident Markus Trebes dem Stadtrat mitteilte, ist die Polizei in den vergangen Wochen verstärkt in der Maximilianstraße unterwegs, denn ab 21 Uhr würden sich Menschen rund um den Herkulesbrunnen treffen. Bis 23 Uhr würden dort bereits bis zu 450 Personen feiern, gegen 1 Uhr erreichen die Ansammlung mit etwa 800 Personen ihren Spitzenwert, ehe sie sich gegen 2 Uhr wieder auflösen. Alkoholbedingt wird die Stimmung laut Schaumaier um circa 1 Uhr zunehmend aggressiv. Dem Leiter der Polizeiinspektion Mitte komme es zudem so vor, als ob durch das Filmen mit Smartphones gar polizeiliches Handeln provoziert werde.

Zu Beginn kommender Woche wolle sich die Stadtverwaltung mit der Polizei zusammensetzen und besprechen, ob die nun verabschiedeten Maßnahmen die gewünschte Wirkung gezeigt haben. Sollte das nicht der Fall sein, drohe laut Pintsch ein Zapfenstreich bereits ab 20 Uhr, wie es in Nürnberg der Fall ist.

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