Söder zum Wirtschaftsgespräch in Augsburg: Die Fuggerstadt soll zum Zentrum für Künstliche Intelligenz werden

„Passgenaues Konzept“: Oberbürgermeisterin Eva Weber (von links), Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger präsentieren die Ergebnisse des Wirtschaftsgesprächs im Fürstenzimmer des Rathauses.

Die Fuggerstadt soll zum "KI-Zentrum" werden und die Uni bekommt 60 neue Professuren im Hightech-Bereich.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war am Donnerstag das Fürstenzimmer des Augsburger Rathauses. Mit Spannung erwarteten die Medienvertreter die Ergebnisse eines Wirtschaftsgesprächs zwischen Ministerpräsident Markus Söder, Oberbürgermeisterin Eva Weber, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Vertretern des Wirtschafts-, Wissenschafts- und Technologiestandorts Augsburg, das am Vormittag im Goldenen Saal stattfand.

Wie bereits berichtet, sieht die bayerische "Hightech-Agenda" vor, Augsburg mit 100 Millionen Euro zu fördern. Söder teilt nun mit, dass 90 Millionen Euro in den Augsburger Standorts des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Fraunhofer Institut fließen sollen, um unter Teilnahme des Mittelstands die Künstliche Intelligenz (KI) in einem KI-Zentrum voranzubringen. Die Förderung der anwendungsorientierten Forschung im DLR und Fraunhofer Institut streue hinein in die Partner der Region im Bereich Luft- und Raumfahrt. Dadurch hätten diese wiederum mehr Möglichkeiten, von den anderen Programmen zu profitieren. "Das heißt, sie machen einen Forschungs- und Nachfragesprung und schaffen die Basics für mehr Unternehmensgründung in der Region", erklärt Söder.

Im Bereich Wasserstoff sehe er "perfekte, kongeniale Partner" im Raum Augsburg. Außerdem wird die Uni Augsburg massiv unterstützt und bekommt 60 neue Professuren im Hightech-Bereich, die bereits im kommenden Jahr besetzt sein sollen. "Das ist ein echter Kick", freut sich der Ministerpräsident. Bayernweit soll es 100 neue Professuren geben, der stärkste Mitbewerber sei laut Söder Baden-Württemberg, wo es im kommenden Jahr lediglich 30 neue Professuren gibt. Die Bundesregierung hingegen will in einem eigenen Programm bis 2025 deutschlandweit 100 neue Professuren besetzen. "Es ist ein gutes Gefühl, wenn man den Ministerpräsidenten und das Bayerische Kabinett an seiner Seite weiß", betont Weber.

Der Freistaat hat ein Erneuerungsprogramm in der Luft- und Raumfahrt auf den Weg gebracht, damit alte Flugzeuge ausgetauscht werden sollen, um Nachfrage zu generieren und somit Arbeitsplätze zu sichern.

Laut Aiwanger sei die bayerische Regierung seit längerem in engem Kontakt mit Premium Aerotec, MT Aerospace, MAN Energy Solutions oder zuletzt auch mit Quantron in Gersthofen, die Lösungen im Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzellenantrieb anbieten.

Die wegfallenden Arbeitsplätze in der Region sollen nun umgewandelt werden in zukunftsfähige Arbeitsplätze, teilweise im gleichen Unternehmen wie beispielsweise bei Automobilzulieferern, die laut Aiwanger mit Künstlicher Intelligenz, additiver Fertigung (3D-Druck), Leichtbau und Wasserstoff auf die "Technik von morgen" setzen müssten.

"Ich bin überzeugt, dass Augsburg Wasserstoffregion werden wird", sagt der Wirtschaftsminister und ergänzt: "Ich glaube, wir haben damit aufs richtige Pferd gesetzt und können damit die Produkte der Zukunft in Augsburg produzieren, die am Weltmarkt gefragt sein werden." Außerdem könnten Produktionsprozesse anwendungsorientiert durch KI bis ins Handwerk hinein optimiert werden, es profitieren demnach also nicht nur die großen Firmen, sondern auch mittelständische bis hin zu den "kleinen Handwerkern". Ein Vertreter der Handwerkerbetriebe habe im Wirtschaftsgespräch deutlich gemacht, dass die Handwerksbetriebe nicht mehr "nur mit Hammer und Meißel durch die Gegend laufen", sondern mit Laptop und Drohnen auf der Baustelle sind. Laut Aiwanger mache Bayern also "keine Politik nur für die Elite".

Im Bereich KI sei ein "harter weltweiter Wettbewerb" im Gange. Der Freistaat Bayern sei laut Söder der Überzeugung, dass Deutschland in diesem Bereich zu wenig getan habe. Denn wenn China und USA dort enorme Summen aufwenden, um eine technologische Führerschaft in der Welt zu etablieren, müsse man sich nach Ansicht des Ministerpräsidenten folgende Frage stellen: "Wollen wir diese Art von Produkten und Systemen kaufen oder selbst dabei sein?" Die Förderung bezeichnete er als "passgenaues Konzept", dessen Dimension an Möglichkeiten noch gar nicht ganz abschätzbar ist.

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