Region: Augsburg Stadt

Wenige Unterschriften für das Theaterbegehren: Initiatoren suchen Lösungen

Das Augsburger Staatstheater muss saniert werden. Den Initiatoren des Bürgerbegehrens fallen die Pläne des Stadtrats allerdings finanziell zu großzügig aus.

Die Sammlung während der Corona-Zeit gestaltet sich für die Organisatoren des Theaterbegehrens schwierig

Seit rund einem Monat sammeln die Organisatoren des Bürgerbegehrens für eine günstigere Theatersanierung in Augsburg Unterschriften. Doch der Auftakt des Bürgerbegehrens fällt für die Initiatoren bislang eher ernüchternd aus. Die genaue Zahl der Unterschriften sei noch nicht ausgezählt, sagt Mitinitiator Tobias Bevc. "Aber eines kann ich sagen: Es sind noch nicht allzu viele." Den Grund für die Schwierigkeiten sehen die Organisatoren in der Corona-Pandemie.

In einem virtuellen Treffen wollen die Aktivisten nun alternative Lösungen erarbeiten, um doch noch auf die erforderlichen rund 11 000 Unterschriften zu kommen, die zur Zulassung des Bürgerbegehrens nötig wären. Eine Idee sei laut Bevc eine Verteilung der Unterschriftenlisten in den Augsburger Briefkästen. Allerdings müsse man erst einmal klären, in welcher Größenordnung eine solche Aktion finanzierbar wäre. Eine Verteilung von etwa 15 000 Listen sei aktuell angedacht.

Sammlung in der Pandemie läuft "mühselig" an

Bislang hatten die Organisatoren Unterstützer aufgerufen, sich auf einer Website die Unterschriftenliste selbst herunterzuladen, damit zu sammeln, und die Unterschriften daraufhin an die Initiatoren zu schicken. Denn weder eine Abgabe von Unterschriften online, noch von gescannten Listen ist rechtlich zulässig. Von möglichen Unterstützern wird damit ein deutlich aktiverer Einsatz erwartet, als wenn dieser lediglich seine Unterschrift bei einer Straßensammlung abgibt. Auch solche sind nur noch eingeschränkt möglich - Infostände sind etwa nicht erlaubt.

Die Sammlung gestalte sich aufgrund der Pandemie als "ein sehr mühseliges Geschäft", sagt Tobias Bevc. Die Listen zum Selberdrucken würden zwar "immer mal wieder" angenommen, aber so richtig gut angelaufen sei dieses System bislang nicht. Vorerst setzen die Initiatoren darum auf die Unterschriftenlisten im Briefkasten, "und hoffen, dass wir auf die Weise auf einen grünen Zweig kommen", so Bevc.

Initiatoren erneuern ihre Forderungen

Am Wochenende haben die Organisatoren währenddessen erneut ihre Forderungen bekräftigt. In einer Pressemitteilung reagierte der "Verein zur Förderung der Stadtkultur in Augsburg", der sich für das Theaterbegehren gegründet hat, auf Neuigkeiten aus Nürnberg. Dort hatte die Stadtspitze in der vergangenen Woche angekündigt, dem Stadtrat ein Moratorium zum geplanten Neubau einer Konzerthalle zur Entscheidung vorzulegen. Die Stadt spart aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie damit unter anderem an der Kultur. Der neue Konzertsaal, dessen Baubeginn für den Sommer 2021 vorgesehen war, soll vorerst nicht gebaut, die Planungen unterbrochen werden. Sein persönliches teures Prestigeprojekt hat allerdings auch Nürnberg weiter zu stemmen: Rund 500 Millionen Euro sind aktuell für die Sanierung des Opernhauses veranschlagt.

Dennoch: Die Organisatoren des Theaterbegehren sehen in der vorläufigen Pause für den Konzertsaal, für den die Stadt mit Eigenkosten in Höhe von rund 100 Millionen Euro rechnete, einen wichtigen Schritt. Auch in München sei die Sanierungen des Kulturzentrums "Gasteig" auf 450 Millionen Euro gedeckelt worden. "Die Corona-Krise hat in München und Nürnberg zu der Einsicht geführt, dass momentan das Geld für kulturelle Großprojekte nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht", sagt Initiator Alexander Süßmair. "In Augsburg jedoch hört man die Signale nicht, die dramatischen finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise. Hier soll unbeirrt an der kostspieligen Theatersanierung festgehalten werden."

Die aktuell veranschlagten 321 Millionen Euro sähe Tobias Bevc, Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, lieber in Bereiche investiert "die allen zu Gute kommen". Bessere Schulen, mehr Kitas, gepflegte Sportanlagen und preiswerter ÖPNV und Wohnraum seien Investitionen, von denen die gesamte Bevölkerung profitierten und die "Menschen mit geringem Einkommen die Teilnahme am öffentlichen Leben" ermöglichten. "Die Stadt soll ihren Pflichtaufgaben nachkommen", schreiben die Initiatoren. "Das Theater kann auch spielen, wenn die Sanierung einige Nummern bescheidener ausfällt."

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X