Region: Augsburg Stadt

Zwei Jahre "Fridays for Future" Augsburg: Plakat-Aktion am Königsplatz

Die Augsburger "Fridays for Future"-Bewegung hat am Freitag ihr zweijähriges Jubiläum gefeiert.

Die Augsburger Klimaaktivisten organisieren seit zwei Jahren Protestaktionen - und feierten nun mit einer Weiteren

Seit ziemlich genau zwei Jahren gibt es nun die Augsburger "Fridays for Future"-Bewegung. Mit dem bundesweiten Klimastreik am Freitag, 18. Januar 2019, fand damals zum ersten mal ein Klima-Schulstreik in Augsburg statt. Seitdem kämpft "Fridays for Future" in Augsburg regelmäßig dafür, dass die Politik dem Klima mehr Beachtung schenkt - und polarisiert dabei auch mal, etwa mit dem Klimacamp, das seit dem 1. Juli neben dem Rathaus steht. Ihr zweijähriges Jubiläum haben die Aktivisten nun mit einer Aktion am Königsplatz gefeiert - auch, wenn es klimapolitisch kaum etwas zu feiern gebe.

Einiges habe die Bewegung schon erreicht, glaubt Aktivistin Paula Stoffels. Man habe das Thema in Augsburg wieder in Erinnerung gerufen, auch bei einigen Stadträten vor allem der Oppositionsparteien. Und im kommenden Umweltausschuss werde nun endlich der Vorschlag eines CO2-Budgets thematisiert, das der Klimabeirat dem Stadtrat empfohlen hatte. Auch das sei ein Erfolg der Klimabewegung, so Stoffels. Die Aktivisten sind über die Untergruppe "Parents for Future" Teil des Beirats. Dennoch sei in der Stadt insgesamt zu wenig passiert, findet die 18-Jährige, und Gespräche allein seien eben nicht das Ziel: "In der Politik ist halt das mutige Handeln ausgeblieben."

"Mit der Erde können wir später keine Verhandlungen führen"

Wünsche für die nächsten zwei Jahre hat sie viele. Dabei müsse man unterscheiden zwischen den Zielen und konkreten Maßnahmen, "und auf beiden Seiten müssen wir auf jeden Fall ambitionierter sein", so Stoffels. Das Ziel müsse es parteiübergreifend sein, die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten. Doch der Zielsetzung müssten auch konkrete Maßnahmen folgen. Es sei dringend eine Verkehrswende und eine Energiewende nötig. Allgemein müsse verantwortlicher mit Ressourcen umgegangenen werden. Es brauche eben allgemein das Verständnis, "dass wir nicht einfach über die Erde hinwegwirtschaften können", sagt die 18-Jährige und ergänzt: "Mit der Erde können wir später keine Verhandlungen führen."

Aktuell habe die Corona-Krise die Aktivitäten der Klimaaktivisten etwas eingebremst. Doch der Drang, etwas zu unternehmen, sei weiterhin da. Die langsame Reaktion der Politik motiviere dazu, weiterhin für den Klimaschutz aufzustehen. Die Bewegung habe sich in den vergangen zwei Jahren durchaus verändert. Sie sei nun besser organisiert und auch gewachsen. Neben den Demos versucht "Fridays for Future" inzwischen auch durch andere politische Mittel Veränderung zu erreichen, etwa durch die Beteiligung am Fahrradbegehren und die Diskussion mit der Politik.

Jubiläum fällt kleiner aus

Doch zu den wichtigsten Aktionen der Augsburger Gruppe zählten weiterhin die ersten Großdemos, findet Stoffels. "Fridays for Future sind ja nicht nur wir, die das alles organisieren, sondern alle, die auf die Demonstrationen kommen oder Plakate malen", erklärt sie. Und zu Beginn der Bewegung sei es ein großer Meilenstein gewesen "mal zu sehen, wie viele Leute dahinter stehen."

Das zweite Jubiläum der Aktivisten während der Corona-Krise fällt im Vergleich zu den Demonstrationen, an deren Höhepunkt bis zu 6000 Menschen teilnahmen, dann deutlich kleiner aus. Rund 15 Aktivisten durften sich trotz der Corona-Krise treffen, um am Augsburger Königsplatz ihre Plakate aufzustellen. In der Kälte auf Holzpaletten getackert und gehämmert, oder sogar an einem der Bäume im Kö-Park gehängt, machen die Transparente so einmal mehr die Passanten in Augsburg auf das Thema Klimaschutz aufmerksam. "Zwei Jahre Fridays for Future Augsburg", steht etwa auf einem Plakat. "Null Grund zum Feiern".

Weitere Bilder

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X