FCA gewinnt trotz Rang 15 einen Meistertitel

Reichte es in der Bundesliga gerade so für den Klassenerhalt, konnte FCA-eSportler Jannic Bederke den Meistertitel in der virtuellen Version nach Augsburg holen.

Der FC Augsburg sicherte sich am vorletzten Spieltag der abgelaufenen Saison gegen Fortuna Düsseldorf den Klassenerhalt und freut sich unter dem Motto "La Decima" auf die kommende Jubiläumssaison. Denn die Fuggerstädter gehen in ihre zehnte Saison im Oberhaus des deutschen Fußballs. Vor der Saison gab es jedoch allen Grund daran zu zweifeln.

Vor Beginn der Spielzeit vollzog der FCA den größten Umbruch im Kader seit Aufstieg in die Bundesliga und startete als Schießbude der Liga in die Serie. Denn in der Saison 2018/19 teilte sich Augsburg gemeinsam mit Hannover 96 dank 71 Gegentreffern diesen Titel. Im Gegensatz zu den abgestiegenen Niedersachsen kamen die Augsburger noch einmal glimpflich davon. Doch auch vor der abgelaufenen Serie stellte die Abwehr erneut eine große Baustelle dar. So schlugen sich Jeffrey Gouweleeuw, Philipp Max und Raphael Framberger mit Verletzungen herum und Jonathan Schmid, Konstantinos Stafylidis und Martin Hinteregger wurde ihr Wechselwunsch bewilligt. Überraschend kam allerdings der Transfer von Kevin Danso nach England.

Dennoch darf das alles nicht als Ausrede dafür zählen, dass der FC Augsburg bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Viertligist Verl mit 1:2 das Nachsehen hatte. Die Neuzugänge Mads Pedersen und Marek Suchy waren noch nicht wirklich angekommen und auch Georg Teigl wirkte eher als eine Art Notlösung auf der Rechtsverteidiger-Position. Nach dem desolaten ersten Bundesligaspieltag gegen Borussia Dortmund (1:5-Niederlage) reagierte schließlich Sportchef Stefan Reuter und verpflichtete mit dem kroatischen Nationalspieler Tin Jedvaj und dem 35-jährigen Stephan Lichtsteiner zwei gestandene Verteidiger. Gerade Juve-Star Lichtsteiner konnte es kaum erwarten für den FCA zu spielen: „Ich habe das Gefühl, dass ich in diese junge und hungrige Mannschaft viel einbringen kann."

Bei den Buchmachern wurden zu Saisonstart Union Berlin und der FCA direkt hinter dem SC Paderborn, der den Durchmarsch von der dritten in die erste Liga geschafft hat, als heißeste Anwärter auf den Abstieg gehandelt.

Auch aufgrund der immer wieder kursierten Gerüchte um die wechselwilligen Profis Michael Gregoritsch und Philipp Max sollte in die Mannschaft nur schwer Ruhe einkehren, auch wenn beide vorerst in Augsburg blieben. Obwohl es in beiden Fällen einige interessierte Vereine gab, gestalteten sich die Ablösesummen, die Sportdirektor Reuter forderte als problematisch. Für Gregoritsch wollte der FCA einen Betrag jenseits der Zehn-Millionen-Marke, Max hätte für 20 Millionen Euro ziehen dürfen.

Das Kapitel Gregoritsch erklärte der FCA gegen Ende vergangenen Jahres dann vorerst für beendet. Zunächst wurde der 26-Jährige wegen "vereinsschädigender Äußerungen" Ende November suspendiert, zur Winterpause dann an Schalke 04 verliehen.

Zum Rückrundenstart kassierte der FC Augsburg gegen Borussia Dortmund wie bereits im Hinspiel erneut fünf Gegentore, doch diesmal führten die Fuggerstädter gar mit 3:1, ehe der BVB einen wichtigen Wechsel vornahm und den 20-Millionen-Neuzugang Erling Haaland ins Spiel brachte. Mit dem 19-Jährigen kam nicht nur Schwung in die Partie, sondern sie entwickelte sich in den kommenden Minuten zu einem Spektakel in der ausverkauften WWK-Arena. Fünf Tore in nur 15 Minuten und ein Dreierpack von Haaland lautete die Bilanz der 3:5-Niederlage gegen die Borussen.

In den darauffolgenden Partien sollte der FCA weiter um den Klassenerhalt zittern müssen. In neun Spielen verbuchte der Verein sieben Niederlagen und Stefan Reuter gab schließlich die Trennung von Trainer Martin Schmidt bekannt: „Aufgrund der Bilanz von lediglich vier Punkten aus neun Begegnungen sind wir zu der Überzeugung gekommen, auf der Trainerposition eine Veränderung vorzunehmen." Nur einen Tag später präsentierte der Verein Heiko Herrlich als neuen Cheftrainer. Aufgrund der Corona-Krise und der Aussetzung der Bundesliga verzögerte sich sein Debüt auf der Trainerbank des FCA bis Ende Mai auf den zweiten Spieltag der wiederaufgenommenen Saison. Den ersten Spieltag verpasste er, da er in einem Interview zugab, gegen die von der DFL verhängten Hygieneregeln verstoßen zu haben. Die schlechteste Rückrunde des FCA in der Bundesliga konnte auch der neue Trainer nicht verhindern. Nur 13 Punkte sammelten die Fuggerstädter in der zweiten Saisonhälfte und sicherten sich mit einem 1:1-Unentschieden am vorletzten Spieltag bei Fortuna Düsseldorf die Teilnahme an der kommenden Spielzeit in der ersten Liga. Letztlich landeten die Fuggerstädter auf Tabellenrang 15 vor Werder Bremen auf dem Relegationsplatz und den Absteigern Düsseldorf und Paderborn.

Mit den Mittelfeldspielern Tobias Strobl von Borussia Mönchengladbach, Daniel Caligiuri vom FC Schalke 04 sowie Torhüter Rafal Gikiewicz vom 1. FC Union Berlin hat der FC Augsburg bereits drei erfahrene Bundesligaspieler verpflichtet. Gerade auf der Torwartposition hat der FCA mit Andreas Luthe, Tomas Koubek, Fabian Giefer, Benjamin Leneis und nun auch Gikiewicz reichlich Auswahl. Herrlich wird aber kaum mit fünf Torhütern im Kader in die Saison starten. Nach dem Re-Start der Bundesliga setzte der FCA-Trainer auf Luthe, der mit guten Paraden einen wichtigen Beitrag zum Klassenerhalt leistete. Der 33-Jährige wird sich vermutlich erneut einen Kampf um die Nummer Eins leisten, denn sowohl Koubek als auch der neue Mann von Union Berlin dürften sich kaum mit einer Reservistenrolle zufrieden geben.

Trotz der durchwachsenen Saison konnte sich der FC Augsburg über einen Meistertitel in der Bundesliga freuen, wenn auch nur in der virtuellen Version. Der FCA-eSportler Yannic Bederke setzte sich gegen die Konkurrenz durch und kürte sich live im Fernsehen zum Meister. In der Finalshow bei ProSieben Maxx spielte Bederke zunächst im Halbfinale gegen Dylan "DullenMIKE" Neuhausen vom VfL Wolfsburg und siegte 2:1. Im Finale bezwang der FCA-eSportler schließlich Kai Wollin von Bayer 04 Leverkusen. Nach Hin- und Rückspiel hieß es 3:2 für den Augsburger, der als leidenschaftlicher FCA-Fan und Vereinsmitglied nicht nur im virtuellen Sport die FCA-Farben trägt. "lch freue mich riesig, dass ich dieses Turnier für mich entscheiden konnte und nun den Titel Deutschlands bester FIFA20-Spieler tragen darf", sagte Bederke.

Auch FCA-Profi Marco Richter, mit dem Bederke das entscheidende Finaltor erzielte, war begeistert vom Auftritt des eSportlers: "Ich habe mit Yannic ja während der Corona-Pause in der Bundesliga einige Spiele in der Bundesliga Home-Challenge gemeinsam an der Konsole absolviert. Er ist ein super Typ und starker eSportler, jetzt sogar der beste Spieler Deutschlands."

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