Region: Augsburg Stadt

Starker Auftritt des AEV: Ein Punkt gegen den Meister

von LeserReporter George Stadler

Endlich das erste Saisontor! Mike Clarke freut sich mit Drew LeBlanc.

In einer normalen Saison hätte das Curt-Frenzel-Stadion gekocht, um die 6.000 Zuschauer hätten die 2:0- und die 3:1-Führung ihrer Mannschaft gegen die favorisierten Adler Mannheim bejubelt und die eine oder andere Reserve beim in der Abwehr stark dezimierten Team freigesetzt. So jubelten nur ein paar  Offizielle, Eismeister und Journalisten über die Tore von Spencer Abbott, Adam Payerl und Drew LeBlanc und freuten sich über den gewonnenen Punkt gegen den coronabedingt immer noch amtierenden Meister.

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Abwehr ohne drei, Sturm mit zwei Neuen

Im Sturm hatten die Panther noch einmal nachgerüstet, mit Danny Kristo (letzte Saison in Rapperswil / CH) und Spencer Abbott, dem Doppeltorschützen von Straubing, hatte Tray Tuomie neue Möglichkeiten. Ganz anders sah es gegen Meister Mannheim in der Abwehr aus - Scott Valentine: gesperrt. Henry Haase: verletzt. Niklas Länger: Nach Corona-Infektion und U20-WM noch nicht einsatzbereit. Drei Verteidiger fielen aus - ausgerechnet gegen das Powerhouse der Liga (noch keine Niederlage, Spitzenreiter der Südgruppe) standen nur fünf Verteidiger zur Verfügung, dazu fehlte Torhüter Olivier Roy, der wieder von Markus Keller vertreten wurde.

Der Augsburger im AEV-Tor hatte vom Start weg viel zu tun, und er machte seine Sache gut wie schon am Mittwoch in Straubing. Mannheim stürmte, Mannheim setzte sich im Panther-Drittel fest, aber Augsburg machte das erste Tor. Der erste Schuss von Max Eisenmenger geht noch ans Außennetz, aber er holt sich den Puck schnell zurück, ein Pass hinters Tor zu David Stieler, der den aus dem Rückraum kommenden Spencer Abbott bedient: 1:0 nach dreieinhalb Minuten. Das war die erste Unterbrechung in einem auch weiter schnell gespielten ersten Drittel, in dem Mannheim den Ton angab, Augsburg aber defensiv stark dagegenhielt und offensiv eiskalt die Fehler der Adler ausnutzte. So fiel das 2:0: Michael Clarke fängt einen schlampigen Ausbaupass von Reul ab, passt schnell nach vorne rechts zu Marco Sternheimer, der den links freien Adam Payerl sieht und direkt weiterleitet. Payerl scheitert erst an Denis Endras, mit der Rückhand trifft er dann beim Nachsetzen.

Hattrick von Shinnimin egalisiert die ersten Tore von Payerl und LeBlanc

Mannheim reagiert schnell, keine Minute später fällt der Anschlusstreffer durch Brendan Shinnimin und es geht mit 2:1 in die erste Pause. Mannheim kombinierte stark, Augsburg war unglaublich effektiv und führte überraschend, aber nicht unverdient.

Mannheim schaltete im Mitteldrittel erst zurück, als der AEV erstmals im Powerplay antreten durfte. Doch das Überzahlspiel funktioniert auch mit Abbott und dem neuesten Zugang Danny Kristo noch nicht so wie gewünscht, und auch gegen Mannheim sollten die Fans vor den Fernsehern vergeblich auf den geplatzten Knoten warten. Aber kaum war der MERC wieder komplett, da startete Wade Bergmann durch, spurtete an den Spielerbänken entlang, und spielte nach einem Doppelpass an der Blauen Linie mit Payerl in die Mitte zum mitgelaufenen Drew LeBlanc. Direktabnahme, und der alte Abstand war durch LeBlancs ersten Saisontreffer wieder hergestellt. Mannheim blieb im Vorwärtsgang, auch bei weiteren Powerplays für den AEV, und in der 36. Minute war wieder Shinnimin zur Stelle und traf zum 2:3 aus Adlersicht.

In einem vollen Haus, wie es gegen die Mannheimer sonst üblich ist, wäre der AEV jetzt mit einem Extra-Schub von den Tribünen in den Schlussabschnitt gestartet, jedoch fehlt bei den Geisterspielen der sogenannte Siebte Mann, und Mannheim konnte sich ohne Pfiffe und verbale Anfeindungen von den Rängen immer wieder im Augsburger Drittel festsetzen. Und dieser Dauerdruck hatte Folgen, Shinnimin vollendete seinen Hattrick in der 46. Minute und schickte die Partie in die Verlängerung, denn in den verbleibenden gut zwölf Minuten gab es keine weiteren Treffer.

Spätschichten gegen München und Ingolstadt

Die Overtime dauerte kmapp drei Minuten, dann verlor Stieler den Puck und die Adler konten die Panther auskontern. Torschütze zum Siegtreffer war diesmal nicht Shinnimin zum vierten, sondern Markus Plachta zum ersten Mal. Trotzdem: Der AEV ist wieder da, nach vier Niederlagen wurde jetzt zweimal am Stück gepunktet, und mit Abbott und Kristo, der doppelten Verstärkung aus Kanada, muss es den Fans nicht bange sein vor den nächsten Spielen, auch wenn die Gegner München (auswärts am Dienstagabend) und Ingolstadt (zuhause am Freitag) heißen. Spielbeginn ist jeweils zu ungewöhnlich später Stunde um 20:30 Uhr.

 

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