Aystetter Dorfteich als Hochwasserschutz

Bis Herbst 2017 soll das Fassungsvermögen des Dorfteichs der Gemeinde Aystetten nach Norden erhöht werden. Ein weiterer Baustein im Gesamtkonzept Hochwasserschutz innerhalb des Gemeindegebiets. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

Leichte Landregen waren gestern, plötzliche Starkregenereignisse sind heute keine Seltenheit mehr. Daraus folgende Hochwasser kommen auch bei uns immer öfter meist in den Sommermonaten vor. Schon ein heftiges, langanhaltendes Gewitter reicht dann aus, um Straßen und Keller zu überfluten.
Es ist dem Ersten Bürgermeister Peter Wendel deshalb ein besonderes Anliegen, seine Bürger vor Schäden an Leib und Besitz zu bewahren. Auf Grund der topographischen Lage, die Gemeinde liegt in einem Tal, in das von vier Seiten Wasser laufen kann, gibt es in Aystetten vier brisante Bereiche: "Mösle" am Weldenbahnradweg, "Haldenhof" und "Frühlingsstraße" sowie "Dorfteich/ Hasenberg" und "Mühlbach" mit der Straße "Am Mühlbach". An diesen vier Ortspunkten wurden in den vergangenen Jahren bereits einige Hochwasserschutzmaßnahmen vollzogen. So wurde vor einigen Jahren das Hochwasserrückhaltebecken "Mittelmahdweg" und "Mösle" für ein 100-jährliches Regenereignis berechnet. Fakt war, dass der Hochwasserschutz hier gewährleistet ist. Zur effektiveren Ausnutzung der Becken wurde der Drosselabfluss reduziert, womit der Mühlbach im Ortsbereich entlastet wurde. Auch der Straßendamm am Hochwasserrückhaltebecken "Frühlingsstraße" wurde hydraulisch und statisch berechnet. Weiter wurde die Aufnahmefähigkeit des Dorfteiches bei Starkregenereignissen verbessert, indem der Drosselabfluss passend zum angeschlossenen Regenwasserkanal erhöht wurde, womit die Gefahr des Überlaufens verringert wurde. Auch die Einleitungsmengen in den Entlastungskanal des ehemaligen Bahnhofgeländes wurden korrekt eingestellt, um dessen Entlastung in der "Bahnhofstraße" und "Am Mühlbach" zu erreichen. In den Jahren 2011 bis 2013 wurde die Kanalsanierung im Kreuzungsbereich "An der Steig", "Bäckergasse", "Kirchgasse", Sebastian-Kneipp-Straße" und am "Kriegerbühlweg" fertig gestellt. Als nächste Maßnahme soll bis Herbst 2017 in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landratsamt Augsburg der Dorfteich in seinem Fassungsvermögen nach Norden vergrößert werden.
"Um einen höheren Wasserpegel erreichen zu können, wird vor dem Drosselabfluss eine Mauer aus Wasserbausteinen errichtet. Ab einem gewissen Pegelstand läuft das Wasser über die Mauer. Es gelangt dann zeitverzögert in den Kanal und wird in den Mühlbach geleitet", so der Bürgermeister. "Diese Maßnahme ist wesentlich billiger als jeder Hochwasserdamm", ist Wendel zufrieden.
Positiver Nebeneffekt: ein schönes Biotop. Wendel freut sich, dass der Gemeinderat als weitere Maßnahme den ökologischen Ausbau des Mühlbachs befürwortet hat. Inzwischen hat die Gemeinde eine Fachfirma mit den Aufgaben beauftragt. "Es handelt sich dabei um erfahrene Profis, die sich seit 40 Jahren nur mit Gewässerbau beschäftigen", so der Bürgermeister. (Jutta Kaiser-Wiatrek )

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