Betrunken auf dem E-Scooter: Erste Fälle landen vor dem Augsburger Gericht

E-Scooter der beiden Anbieter Voi und Tier am Helmut-Haller-Platz

E-Scooter sind nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in der Unfallstatistik und im Gericht angekommen.

Rund acht Monate ist es her, dass in Augsburg die ersten Verleih-E-Scooter aufgestellt wurden. Inzwischen sind die elektrischen Gefährte nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in der Unfallstatistik der Polizei und im Augsburger Amtsgericht angekommen. Dort mussten sich in dieser Woche zwei junge Männer verantworten, die Betrunken auf einem der Roller unterwegs waren.

Der 20-jährige erste Angeklagte war im August 2019 mit einem E-Scooter in der Annastraße unterwegs, als er der Polizei auffiel. Eine Alkoholkontrolle ergab einen Wert von 1,8 Promille. Er musste sich deshalb wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr verantworten. Jugendrichter Bernhard Kugler verurteilte den Angeklagten zu 32 sozialen Hilfsstunden. Der Angeklagte erhielt außerdem eine Verwarnung und darf frühestens in zehn Monaten eine Fahrerlaubnis ausgestellt bekommen. Denn einen Führerschein besaß der 20-Jährige noch nicht.

Auch der jüngere der beiden Angeklagten war mit 1,66 Promille erheblich alkoholisiert, als er auf einen E-Scooter stieg. Die Polizei erwischte den 19-Jährigen in der Gögginger Straße. Das Urteil fiel ähnlich aus: 24 Stunden Hilfsdienst stehen für den 19-Jährigen an, er muss außerdem am Kurs "Alltag ohne Alkohol" teilnehmen. Auch der zweite Angeklagte darf zehn Monate lang keinen Führerschein machen.

Für Erwachsene, die bereits einen Führerschein besitzen, kann die Strafe dabei deutlich härter ausfallen. Denn E-Scooter gelten wie Autos als Kraftfahrzeuge – Personen, die mit über 1,1 Promille auf den Elektrorollern unterwegs sind droht, deshalb der Entzug der Fahrerlaubnis.

E-Scooter in der Unfallstatistik unauffällig

Im allgemeinen Verkehrsunfallgeschehen stechen die E-Scooter seit der Einführung im Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln nicht besonders heraus. Das Polizeipräsidium Schwaben Nord stellte am Donnerstag seine Unfallstatistik vor. Demnach passierten im Einzugsgebiet des Präsidiums seit der Einführung der Roller im Sommer 2019 bis zum Dezember 18 bekannte Verkehrsunfälle mit den "Kleinstfahrzeugen". In neun der Fälle kamen die Fahrer alleinbeteiligt zu Fall. Wiederum fünf dieser Unfälle ereigneten sich unter Alkoholeinfluss. Bei den nicht alleinbeteiligten Unfällen waren 27 Prozent der Scooter-Fahrer betrunken.

In einem Großteil der Unfälle wurde den Fahrern dabei wohl die mit 20 Stundenkilometern verhältnismäßig hohe Geschwindigkeit der elektrischen Roller zum Verhängnis. Allgemein seien viele Benutzer wohl einfach noch nicht sonderlich routiniert im Umgang mit elektrisch unterstützen Kleinfahrzeugen wie E-Rollern, mutmaßte die Polizei. (lat)

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