Hubschrauber findet vermisste 70-Jährige im Wald - Anwohner beschweren sich über "Rundflüge der Polizei"

Anwohner beschwerten sich am Dienstagabend über den Lärm eines Hubschraubers, der an der Suche nach einer vermissten 70-Jährigen beteiligt war.

Zu einer geglückten Rettungsaktion von Polizei, Rotem Kreuz und mehreren Feuerwehren kam es am Dienstag bei Nersingen im Landkreis Neu-Ulm. Diese waren mit insgesamt über 161 Personen, Rettungshundestaffel und einem Polizeihubschrauber samt Wärmebildkamera mehrere Stunden im Einsatz. Getrübt wurde die Freude über die geglückte Suche allerdings durch einige Beschwerden seitens der Anwohner, die sich über "Rundflüge" des Hubschraubers beschwerten und über Ruhestörung beklagten.

Am Dienstagnachmittag, gegen 15.10 Uhr, verließ der Polizei zufolge eine 70-Jährige das Haus, um im nahegelegenen Waldgebiet Pilze zu sammeln. Zumeist sei sie dann ein paar Stunden unterwegs, sei dann aber in diesem Fall nicht wieder zurückgekommen. Gegen 20.45 Uhr verständigte der Ehemann die Polizei und meldete seine Frau als vermisst.

Nachdem zunächst recherchiert wurde, ob die Frau bereits in ein umliegendes Krankenhaus eingeliefert worden war, musste gegen 21.30 Uhr die Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert und eine Befehlsstelle in Straß eingerichtet werden. Zunächst begann die systematische Suche mit insgesamt 161 Kräften der Feuerwehren Kadeltshofen, Nersingen, Fahlheim und Straß sowie dem Rettungsdienst des BRK und der Rettungshundestaffel.

Schließlich konnte die Frau gegen 23.25 Uhr von einem Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera ausfindig gemacht werden. Die Pilzsammlerin stürzte laut eigenen Angaben bereits gegen 17 Uhr und zog sich dabei einen Schlüsselbeinbruch zu. Die Bergung habe sich dann noch einmal als Herausforderung erwiesen, so die Polizei in ihrem Bericht.

Dank der Polizei an "bärenstarkes Engagement" der Helfer, Unverständnis für Beschwerden

Die Polizei bedankt sich in ihrem Bericht "auch im Namen der Familie bei allen Freiwilligen für das bärenstarke Engagement und die Bereitschaft zu helfen". Für Irritationen bei den Rettungskräften haben allerdings auch zwei Anrufe und Kurznachrichten in den sozialen Medien gesorgt, wonach sich Einzelne über den nächtlichen Lärm des Hubschraubers beschwerten. Dabei war von "lustigen Rundflügen der Polizei" und "Ruhestörung" die Rede. Die Beamten wiesen allerdings auch darauf hin, dass dies die Freude darüber nicht trüben konnte, dass die Frau die zwischenzeitlich kühle Nacht nicht im Wald verbringen musste. Nur dem Einsatz des Polizeihubschraubers sei es zu verdanken gewesen, dass die Frau an dieser Stelle so schnell gefunden wurde. (pm)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 

Neueste Kommentare

2 0 2 0 - die "Weltenburger Enge …
3 Tage 18 Stunden
Über 15.000 Austritte aus der katholischen Kirche …
4 Tage 1 Stunde
Neue Ausstellung von Uli Stein in Museum und …
1 Woche 1 Tag
Wege gehen
1 Woche 3 Tage
Fast ein alltägliches Bild, Indisches Springkraut …
1 Woche 6 Tage


X