Sturmtief Sabine wütet in Augsburg Stadt und Land

Lose Dachziegel drohten in der Volkhartstraße abzustürzen.

Feuerwehren im Dauereinsatz, gesperrte Straßen, geschlossene Schulen: Das Orkantief "Sabine" hat am Montag auch Augsburg und die Region getroffen.

Mit bis zu 100 Stundenkilometern jagte eine Winböe über das Blechdach von Peek und Cloppenburg. Das Dach stellte sich auf und knickte schließlich um. Ein Fall für die Höhenretter der Augsburger Berufsfeuerwehr, doch es war nur einer von vielen Einsätzen.

Die Integrierte Leitstelle Augsburg, zuständig für Augsburg Stadt sowie für die Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg, Donau-Ries und Dillingen, disponierte bis 16 Uhr 551 Einsätze wegen des Sturms, 157 Einsätze allein in der Stadt Augsburg. Die Berufsfeuerwehr Augsburg berichtete von Bäumen, die auf Fahrbahnen und auf Autos gestürzt waren. Auch Wahlplakate und umgefallene Baustellenabsperrungen beschäftigten die Einsatzkräfte. Die nordschwäbische Polizei rückte bis Montagmittag zu insgesamt 218 Einsätzen im Zusammenhang mit dem Unwetter aus. Auch am Nachmittag gingen noch eine Vielzahl von Notrufen und Mitteilungen aufgrund des Unwetters ein, weshalb die Streifenbesatzungen oft im Dauereinsatz waren.

Haupteinsatzgründe waren auch für die Polizei vor allem umgestürzte Bäume und herabfallende Äste sowie umgekippte Bauzäune und herumfliegende Plakate. Zudem kam es vermehrt zu Mitteilungen über herabfallende Dachziegel beziehungsweise sich lösende Dachteile. In Mering wurde das Dach des Gymnasiums in Mitleidenschaft gezogen. Vereinzelt gab es im nordschwäbischen Bereich auch Stromausfälle.

Strumtief: Insgesamt drei Verletzte

Durch das Unwetter wurden der Polizei zufolge insgesamt drei Personen leicht verletzt. Ein mit zwei Personen besetztes Auto kollidierte auf der Staatsstraße 2379 zwischen Bachern und Ottmaring im Landkreis Aichach-Friedberg mit einem umgestürzten Baum. Zudem verletzte sich ein Radler in Friedberg leicht, als er über einen Ast fuhr und stürzte.

Aufgrund von umgestürzten Bäumen kam es zeitweise immer wieder zu Straßensperrungen im gesamten Augsburger Landkreis. In Hennhofen riss das Stromkabel einer Straßenlaterne und hing stundenlang in circa drei Metern Höhe über der Fahrbahn der Dorfstraße bis es Feuerwehr und Lechwerke entfernten.

Ein Lastwagenfahrer übersah am Horgauer Bahnhof gegen 5.40 Uhr einen Baum auf der Kreisstraße A 5 und fuhr gegen ihn. Nur eine Stunde später fiel ein Baum auf der Kreisstraße A 1 bei Rommelsried auf ein Auto. Der Fahrer blieb unverletzt, doch das Auto erlitt einen Totalschaden. Etwa zeitgleich riss der Sturm einen Baum in Welden um und erwischte ein Auto auf der Kreisstraße A 12. Auch hier blieb der Fahrer unverletzt.

Der Orkan riss allerdings nicht nur Bäume auf die Fahrbahn, sondern warf zwischen Ehgatten und Kruichen einen Hochsitz auf die Straße und zwischen Maingründel und Ustersbach vier Strommasten. In Döpshofen deckte der Sturm das Dach eines Hauses ab und in Fischach machte sich kurz nach 8 Uhr das Flachdach eines Anwesens im Bereich der Poststraße sturmbedingt selbstständig.

Wendeschleife der Straßenbahnen am Hauptbahnhof bis Dienstag gesperrt

Auf dem Gebäude von Peek und Cloppenburg gegenüber dem Augsburger Hauptbahnhof hob der Sturm einen Teil des Blechdachs ab und knickte es um. Die Wendeschleife der Straßenbahnen am Hauptbahnhof war daher ab 11 Uhr gesperrt, die Linien 3, 4 und 6 wendeten am Königsplatz. Da die Einsatzkräfte das Hausdach bis zum Abend nicht vollständig sichern konnten, wird die Sperrung wohl mindestens bis Dienstagvormittag anhalten. 

Die Züge der Deutschen Bahn und Bayerischen Regiobahn standen größtenteils bis in den späten Nachmittag still. Busse und Straßenbahnen fuhren in Augsburg, allerdings mussten die Fahrgäste Verspätungen einplanen.

Nachdem am Montag auch in Augsburg und dem Umland die Schulen ausfielen, meldeten die Behörden am Nachmittag, dass am Dienstag der Unterricht wieder regulär stattfindet. Wie das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen der Stadt Augsburg mitteilte, bleiben jedoch der Botanische Garten wie auch sämtliche städtischen Friedhöfe auch am Dienstag wegen anhaltender Sturmwarnungen geschlossen. Immerhin: In den kommenden Tagen soll der Wind allmählich nachlassen. (jaf/pb)

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