Weltrotkreuztag: In Corona-Zeiten ist vieles anders

Auch die Helfer müssen geschützt werden, daran erinnert das Rote Kreuz am Weltrotkreuztag.

Am 8. Mai ist Weltrotkreuztag. Der Tag dient dazu, den Menschen die Bedeutung des Roten Kreuzes ins Bewusstsein zu rücken. Dieses Jahr ist vieles anders.

Was am 16. März als Feststellung des Katastrophenfalles in Bayern begann, entwickelte sich zur Mammutaufgabe für die Hilfsorganisationen. Der Kampf gegen einen unsichtbaren Feind hatte begonnen. Bayern war durch die Nähe zu Österreich und Italien besonders gefordert. Krisenstäbe wurden eingerichtet, tägliche Besprechungsrunden mit Behörden über Videokonferenzen abgehalten und verschiedene Szenarien durchgespielt. "Wir mussten einen Überblick, auch über die Landkreisgrenzen hinweg bekommen um 'vor die Lage' zu kommen", blickt das Rote Kreuz am Weltrotkreuztag zurück. "Hier zeigt sich auch, wie wichtig funktionierende und weltumspannende Netzwerke wie des Roten Kreuzes sind."

„Stärke, Flexibilität und Vielfalt unserer Organisation helfen in der Bewältigung dieser schwierigen Corona-Zeiten“, sagt Theo Zellner, Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes. 180.000 Ehren- und 26.500 Hauptamtliche in ganz Bayern sind das Fundament des BRK, um Krisen wie die Corona Krise zu bewältigen.

"Wie uns 'C-Teile' auf die Füße fielen"

Der Begriff „C-Teile“ kommt aus der industriellen Materialwirtschaft und bezeichnet „Billigteile“, deren Lagerwert zu gering ist, um diese aufwendig zu planen. Man geht davon aus, dass immer genug auf Lager ist. "Was in 'normalen Zeiten' gut funktioniert, fiel uns in der Krise auf die Füße. Preise für Atemschutzmasken, Schutzkittel und Schutzbrillen explodierten und wir hatten keine andere Wahl, diese auch noch zu überzogenen Wucherpreisen einzukaufen. Wir mussten als Rotes Kreuz unter allen Umständen handlungsfähig bleiben und unser Personal vor einer möglichen Infektion schützen. So wurde bayernweit in Millionenhöhe diese Materialien mit langen Lieferzeiten beschafft. Unsere Herausforderung war die klassische Mangelverwaltung, oder auch mit dem wenigen Material klar zu kommen, welches wir noch im Lager hatten oder sich im Zulauf befand.", beschreibt die Hilfsorganisation.

„Unsere größte Angst war nicht vor dem Virus selbst, sondern dass wir in eine Situation kommen könnten, in der wir unseren Auftrag nicht mehr erfüllen können. Wenn unser Personal aufgrund von Quarantäneanordnungen aus dem Dienstbetrieb genommen worden wäre, hätten wir den Supergau erlebt.“ sagt Thomas Haugg Kreisgeschäftsführer und Krisenmanager des Roten Kreuz im Landkreis Augsburg.

Eine große Lehre aus dieser Krise sei daher, aus Sicht des BRK, dass die über Jahre hinweg zurückgefahrenen Vorhaltungen für Material und medizinischen Bedarf für Katastrophenfälle nicht sinnhaft sind. „Es ist daher dringend geboten, künftig dezentrale Materialvorhaltungen zu schaffen. Deutschland muss selbstständiger werden. Globale Marktabhängigkeiten können vor allem in Krisenzeiten gravierende Folgen haben, das wurde mit dem Coronavirus besonders spürbar“, so BRK Präsident Zellner. "Die Krise ist noch lange nicht vorbei und hat schon jetzt einiges verändert. Trotz aller Einschränkungen, Probleme und Verzichte, sind wir stolz auf unser Ehrenamt, unser Personal und unsere Mitglieder. Wir sind eine starke Gemeinschaft und die Bevölkerung und die Politik können auf das Rote Kreuz vertrauen." (pm)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

Neueste Kommentare

Gablingen von einer Wiese aus betrachtet.
14 Stunden 51 Minuten
Kornblumen ....
2 Tage 7 Stunden
Roter Mohn ....
2 Tage 10 Stunden
Kornblumen ....
2 Tage 10 Stunden
Der Blick nach Gablingen mit Lützelburg.
2 Tage 18 Stunden

Die nächsten Termine



X