Zwei Würgeschlangen in Bobingen ausgesetzt

Eine gelbe und eine braune Tigerpythonschlange hat ein Unbekannter am Wochenende in eine Kiste gepackt und vor eine Haustür abgestellt. Foto: Polizeiinspektion Bobingen

Ein Unbekannter hat in der Nacht auf Sonntag zwei Tigerpythonschlangen bei einem Reptilienanlagen-Besitzer in Bobingen abgegeben. Die Person stellte die Styroporkiste, die mit Klebeband verschlossen und mit Luftlöchern versehen war, vor dessen Haustüre ab.

Wie die Polizei mitteilt, war auf einem Zettel zu lesen: "Bitte pass gut auf meine zwei Süßen auf!!! Gelb: Tigerpython 0.1/braun: Tigerpython1.0/ Grüße Jessica / PS: beide sehr zahm".

Eine Jessica ist dem Finder nicht bekannt. Die Polizei bittet den bisherigen Tierhalter, die zu den Schlangen gehörenden Papiere nachzuliefern und mitzuteilen, ob es zu Problemen kam, die nun berücksichtigt werden müssen.

Die zwei Würgeschlangen, eine helle und eine dunkle Tigerpython, stammen ursprünglich aus Südostasien. Sie sind etwa dreieinhalb Meter lang und hatten als Wärmequelle eine warme Wasserflasche mitbekommen.

Die Polizei informierte die zuständigen Behörden, die Stadt Bobingen, das Veterinäramt und die Artenschutzbehörde. Denn die ausgesetzten Schlangen sind gefährliche Tiere im Sinne des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes (LStVG) und dürfen nur mit der Erlaubnis der Gemeinde gehalten werden.

Die Polizei ermittelt nun wegen eines Verstoßes nach dem Tierschutzgesetz, da der Transport und insbesondere das Abstellen der Reptilien bei den derzeitigen nächtlichen Außentemperaturen mit unkalkulierbaren Risiken für die Gesundheit der Tiere verbunden ist.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang, sich solche Tiere nicht spontan anzuschaffen, sich zuerst über die Ansprüche der gewünschten Tierart umfassend zu informieren, die hohen Haltungskosten zu bedenken und sich mit erfahrenen Haltern auszutauschen.

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