Ein Dankeschön an die Ehrenamtlichen

von LeserReporter Ute Blauert aus Bobingen
Bürgermeister Bernd Müller und Mirela Wollner mit der Urkunde des Sozialpreises 2019, dahinter die geehrten Mitglieder der Hospizgruppe.

Der „Internationale Tag des Ehrenamts“ wird in Bobingen seit 1997 alljährlich zum Anlass genommen, einer Gruppe von Ehrenamtlichen stellvertretend für alle, die „mehr tun als ihre Pflicht“, wie Bürgermeister Bernd Müller es ausdrückte, zu danken und zu einem gemeinsamen Essen einzuladen. Alle zwei Jahre wird gleichzeitig der „Sozialpreis der Stadt Bobingen“ verliehen, so auch in diesem Jahr in der vergangenen Woche in der Singoldhalle. Mit diesem Preis soll „beispielhaftes Handeln ausgezeichnet werden, das oft unbemerkt von der Öffentlichkeit erbracht wird“, wie es in der Richtlinie der Preisvergabe steht. Wer diesen Preis erhält, entscheidet eine Jury, zu der der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes, der Vorsitzende des örtlichen AWO-Verbandes, die beiden Stadtpfarrer, der Vorsitzende der Muslimgemeinde und der Bürgermeister gehören.
Die Ehrenamtlichen, die in diesem Jahr in den Genuss einer Essenseinladung kamen, waren die Mitglieder der „Theater-Schmiede“. Sie haben in unzähligen Stunden in ihrer Freizeit das anspruchsvolle Theaterstück „Jedermann – Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ einstudiert und mit der Aufführung für einen unvergesslichen Höhepunkt der diesjährigen Feiern zum 50. Stadtjubiläum gesorgt. „Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Fleiß, Engagement und Zeit von allen Beteiligten ehrenamtlich für diese Theateraufführung aufgewandt wurde“, sagte Müller als Insider, denn er war in einer Nebenrolle als Schauspieler dabei.
Der Sozialpreis ging in diesem Jahr an Menschen, die anderen in schwerster Stunde beistehen, an die Mitglieder der Bobinger Hospizgruppe. Ganz ausdrücklich ist die Auszeichnung und damit die 1500 Euro, mit denen der Preis dotiert ist, nicht für die Organisation gedacht und soll auch nicht für diese ausgegeben werden. Stattdessen geht er an die Hospizbegleiter persönlich, die „sich damit etwas Schönes gönnen sollen“, wie Müller sagte. Im Namen von Stadt und Stadtrat dankte er den über 30 Mitgliedern der Hospizgruppe und überreichte die Urkunde der Vorsitzenden Mirela Wollner. Wollner bedankte sich bei Bürgermeister und Stadtrat für den Preis und auch für das Wohlwollen, das der Tätigkeit der Hospizgruppe stets entgegen gebracht werde.
Wollner beschrieb die Sterbebegleitung als ein behutsames Annähern an Menschen in der letzten Krise ihres Lebens. „Wir müssen versuchen, die Bedürfnisse der Schwerkranken zu erkennen.“ Sie betonte, dass Hospizbegleiter ein gutes Fundament brauchen sowie Ausbildung, Weiterbildung und Supervision. Für unabdingbar hält Wollner die Zusammenarbeit mit professionellen Helfern. „Ein besonderes Thema ist der Tod von Kindern vor der Geburt. Nach Freude und Aufregung während der Schwangerschaft wird es plötzlich still um die Eltern, ihr Leid wird oft übersehen. Auch für diese Trauernden sind wir da und auf dem Friedhof gibt es für die kleinen Toten inzwischen ein Schmetterlingsgrab“, so Wollner weiter. „Die Bobinger Hospizgruppe besteht seit 19 Jahren. Sterbebegleitung, Trauerbegleitung und auch die Büroarbeit werden ehrenamtlich geleistet. Zudem wird alle zwei Jahre eine Grundschulklasse für eine Woche besucht im Rahmen des Projekts „Hospiz macht Schule“. Hier hören wir oft erstaunliche Gedanken der Kinder zum Thema Sterben und die Rückmeldungen von Eltern und Lehrkräften sind sehr positiv“, erzählte Wollner.

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