Kyakka Shoko und Samu (jap. 作務)

von Leserreporter Shorinji Kempo Bobingenaus Bobingen

Das Training des Shorinji Kempo beginnt bereits, bevor man das Dojo betritt. Das Verhalten im Dojo zu verstehen heißt, folgende sechs Dinge genau zu beachten: kyakka shoko, gassho rei, samu, Kleidung, Einstellung und Sprache.

Um sich dies Verhalten anzueignen, ist es entscheidend, es wieder und wieder zu üben, bis es selbstverständlich wird, nicht nur im Dojo, sondern auch bei der Arbeit, in der Schule und im täglichen Leben.

Achtsamkeit, die während eines jeden Tages geübt wird, durchdringt unseren ganzen Körper und offenbart sich in unserem Verhalten. An den Tagen mit keinen oder kleinen Problemen zeigen sich die Früchte des Übens vielleicht nicht so deutlich.

Wenn jedoch plötzliche, unvorhergesehene oder ungewöhnliche Dinge geschehen, werden die tägliche Übung und Achtsamkeit ihre Wirkung zeigen.

Will man etwas Großes erreichen, darf man nicht vergessen, den kleinen Dingen seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Denn aus der Anhäufung von kleinen Dingen erwächst das Große.

Oder mit anderen Worten auf Shorinji Kempo bezogen:

Wie will man jemals anspruchsvolle und komplexe Techniken und Partnerübungen meistern, wenn man noch nicht einmal die kleinen und einfachen Dinge beherrscht?

IN DEN KLEINEN UND EINFACHEN DINGEN LIEGT DER SCHLÜSSEL ZU DEN SCHWIERIGEN UND GROßEN AUFGABEN.

Samu (jap. 作務) heißt zunächst direkt ins Deutsche übersetzt: Arbeitspflicht.

In Japan säubern am Anfang und am Ende des Trainings alle Kenshi gemeinsam das Dojo. Dies ist ein wichtiger Bestandteil des Trainings und wird mit Hingabe ausgeführt.

Alle führen die zugeteilten Arbeiten mit großer Achtsamkeit aus.

Die Bedeutung des Säuberns zu Beginn des Trainings liegt darin, einen angenehmen Platz zum Üben zu schaffen; das Säubern am Ende des Trainings drückt zum einen unsere Dankbarkeit aus, zum anderen verlassen wir das Dojo aufgeräumt, wenn wir nach Hause gehen.

In einem Shorinji Kempo Dojo ist dies für jedes einzelne Mitglied die Zeit, innerlich zur Haltung eins Anfängers zurückzukehren und diese Aufgabe im Bewusstsein auszuführen, das eigene Herz zu reinigen und den Kopf für das Training frei zu kriegen.

Auch im Samu spiegelt sich das „Shorinji Kempo“ Denken, dass alle Individuen gleich viel Wert sind und nicht nur der Mensch an der Spitze einer Hierarchie-Pyramide etwas zählt.

Deswegen ist es im Sinne der Philosophie von Shorinji Kempo, dass sich keiner zu Schade für solch „einfache Arbeiten“ ist und jeder mal dran kommt, wenn es heißt: Staub saugen, Dojo putzen, Matten abwischen bzw. Samu. Egal welches Alter und welche Graduierung der Kenshi hat. Egal ob Minarai, Sempai, Kyu oder Dan Kenshi. Im Dojo sind wir alle gleich.

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