Neugeborenes auf Wiese ausgesetzt: Totschlag-Prozess gegen Mutter

Die 31-jährige Mutter des in Blindheim ausgesetzten Babys muss sich nun vor Gericht verantworten.

Gegen eine 31-Jährige aus dem Landkreis Dillingen, die im Juli 2019 ihren neugeborenen Sohn auf einer abgelegenen Wiese zurückgelassen hatte, hat die Staatsanwaltschaft Augsburg nun Anklage erhoben. Die Mutter des Säuglings, der zufällig gefunden und trotz seines lebensbedrohlichen Zustands im Krankenhaus gerettet werden konnte, muss sich vor dem Augsburger Landgericht wegen versuchten Totschlags, schwerer und gefährlicher Körperverletzung sowie Aussetzung verantworten. Der Prozess beginnt im März.

Die Angeklagte sei dringend tatverdächtig, so die Staatsanwaltschaft, in den frühen Morgenstunden des 21. Juli 2019 auf einer Wiese am Ortsrand der Gemeinde Blindheim einen Buben zur Welt gebracht zu haben und diesen dort unbekleidet zurückgelassen zu haben. Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass die 31-Jährige davon ausging, dass der Säugling an diesem abgelegenen Ort, ohne Nahrung und den Witterungen ungeschützt ausgesetzt, schnell sterben werde.

Zufällig von Anwohner entdeckt

Erst nach 24 Stunden entdeckte ein Anwohner im Juli das Baby, das in lebensbedrohlichem Zustand ins Universitätsklinikum Augsburg eingeliefert wurde. Trotz einer sich entwickelnden schweren Sepsis, einer Kreislauf- und Ateminsuffizienz sowie einem akuten Nierenversagen konnten die Ärzte das Leben des Säuglings retten. Drei seiner Zehen mussten amputiert werden. Mittlerweile befindet sich das Kind in der Obhut einer Pflegefamilie.

Die Polizei konnte die Identität der 31-Jährigen wenig später ermitteln und sie in ihrer Wohnung in Dillingen auffinden. Am Augsburger Landgericht sind nun drei Verhandlungstage gegen die Mutter angesetzt. Der Prozess beginnt am 19. März. 

Strafrahmen für versuchten Totschlag: Mindestens zwei Jahre Haft

Sollte die 31-Jährige verurteilt werden, sieht das Strafgesetzbuch für Totschlag eine Freiheitsstrafe von fünf bis zu 15 Jahren vor. Wenn die Tat, wie in diesem Fall, im Versuchsstadium bleibt, kann der Strafrahmen aber auf Freiheitsstrafen von zwei Jahren bis zu elf Jahren und drei Monaten abgemildert werden.

Der gesetzliche Strafrahmen für schwere Körperverletzung und Aussetzung beträgt ein bis zehn Jahre, für gefährliche Körperverletzung kann der Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren reichen. (pm)

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