Drogen und Alkohol: Polizei nimmt Skaterplatz in Diedorf ins Visier

von LeserReporter Jutta Kaiser aus Neusäß
Dort, wo vor einiger Zeit sich noch Hockeyspieler tummelten und um den Sieg kämpften, fanden in letzter Zeit laute, wilde Partys statt.

Die Polizei Zusmarshausen will die präventiven Kontrollen am Skaterplatz in Diedorf nun verstärken.

Eigentlich sollten Jugendliche hier gemeinsam Sport treiben. Doch aktuell ist der Hockeyplatz in Diedorf ins Visier der Polizei geraten. Müll, Sachbeschädigungen, Alkohol und sogar Drogen sind hier offenbar an der Tagesordnung und Anwohner beschweren sich regelmäßig über Partys mit lauter Musik.

Wie der Leiter der Polizeiinspektion Zusmarshausen, Raimund Pauli, erklärt, wird der Skaterplatz zunehmend zum Treffpunkt Jugendlicher. Als Spitze der Entwicklung bezeichnet er zuletzt eine unangemeldete Whatsapp-Party mit mehr als 150 Jugendlichen. Nicht nur, dass die Nachbarn sich über die laute Musik beschwert hatten, die Polizei stellte vor Ort fest, dass gegen Abstands- und Hygienevorschriften verstoßen wurde. Ein Großteil der Feiernden sei zwar der Aufforderung der Polizei nachgekommen und habe die Party verlassen, Einzelnen aber musste ein persönlicher Platzverweis ausgesprochen werden. Der Platz selbst war anschließend stark vermüllt.

Erst vergangene Woche, erwischten Polizeibeamte bei einer Jugendschutzkontrolle mitten am Nachmittag auf dem Platz nahe der Hauptstraße und des Diedorfer Bahnhofs einen 16-jährigen Jugendlichen mit einer kleineren Menge Marihuana sowie diversen Drogenutensilien. Er wird wegen eines Vergehens nach dem Betäubungsmittelgesetz angezeigt.

„Immer öfter kommt es vor, dass der Skaterplatz nicht bestimmungsgemäß genutzt wird. An dem günstig in Bahnhofsnähe gelegenen Platz etabliert sich eine Szene von jungen Leuten, die teilweise vom Umland, aber auch aus Augsburg stammt, um sich zu Alkohol- und Drogenkonsum und zum Abhalten von Partys mit lauter Musik, zu treffen“, so Pauli. Die zuständige Polizeiinspektion Zusmarshausen will diesen unerwünschten Entwicklungen dringend gegensteuern. Zum Schutz von unbescholtenen einheimischen Jugendlichen, aber auch der Nachbarschaft vor Lärmbelästigung, soll nun dieser Bereich intensiver in die uniformierte und zivile Streifentätigkeit zur Durchführung präventiver Kontrollen einbezogen werden. Viele weitere Möglichkeiten das Treiben einzudämmen, stehen der Polizei allerdings nicht zur Verfügung.

Auf keinen Fall soll die Sport- und Freizeitanlage geschlossen werden, ist sich Bürgermeister Peter Högg sicher. Während der Ferien habe es öfter Probleme gegeben, sagt auch er. Högg habe damals persönlich einige Male vor Ort das Gespräch mit den anwesenden Jugendlichen gesucht und habe ein gutes Gefühl gehabt. Leider sei aber Ende der Ferien das Treiben auf der Skaterbahn dennoch trotzdem mehrmals eskaliert. Der Hockeyplatz war massiv vermüllt und die Bande durch Randale beschädigt worden. Um die schwierige Situation möglichst schnell in den Griff zu bekommen, wurde inzwischen die Schließung des Platzes von 22 auf 20 Uhr vorverlegt.

Eine weitere Maßnahme der Gemeinde wird eine Satzung mit neuen Platzregeln sein, welche die Gemeinde und Diedorfer Jugendliche derzeit gemeinsam erarbeiten. Diese wird, wie Bürgermeister Högg erklärt, zunächst mit Sicherheit ein Alkoholverbot wie auch ein Verbot von lauter Musik am Abend beinhalten. Högg sieht allerdings nicht allein die Schuld der Vorkommnisse bei den Jugendlichen der Marktgemeinde. Ein Großteil der Jugendlichen, die zum Feiern gekommen waren und letztlich Probleme verursachten, stammten aus Nachbargemeinden. Für sie alle war der „Skaterplatz“ in Diedorf zu einer Art „Feier-Hotspot“ und beliebten Aufenthaltsort geworden. Die dadurch entstandenen Probleme dürfen aber nicht auf Kosten derer gehen, die sich ordentlich verhalten. Marktgemeinde und Polizei sind sich einig, dass der Platz wieder für die da sein soll, die ihn für Spiel und Sport nutzen wollen – wie vorgesehen.

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