Region: Augsburger Land

Honig direkt vom Landkreis-Bauhof in Diedorf

von Freier Mitarbeiter Jutta Kaiser aus Neusäß
Der Bienenstock auf der kleinen Blühwiese des Landkreis-Bauhofs in Diedorf versorgt alle Kollegen mit dem beliebten, flüssigen Gold.

Ein Bienenstock mit etwa 30 000 bis 50 000 Bienen gehört seit einiger Zeit zum Landkreis-Bauhof in Diedorf.

Der Landkreis-Bauhof in Diedorf verfügt seit einem Jahr über eine Blühwiese und dazu ein kleines Bienenhaus. Die Idee dazu hatte der Bauhofmitarbeiter und Hobby-Imker Jürgen Stuhlmüller.

Er selbst betreut bereits seit acht Jahren zu Hause zwölf eigene Bienenvölker. Gesagt, getan, in kurzer Zeit hatte der gelernte Schreiner ein kleines Bienenhaus erstellt und die erforderlichen Rähmchen für die Bienenwaben gebaut und auf die damals bereits üppig blühende Wiese gestellt. Somit hat der Landkreis-Bauhof etwa 30 000 bis 50 000 weitere fleißige „Mitarbeiter“ plus einer Bienenkönigin, schätzt Stuhlmüller, der sich um das emsige Volk in seiner Freizeit kümmert.

Auch die Kollegen haben sich schon an die Honigbienen gewöhnt. „Es sind sehr brave Bienen“, lobt ein Mitarbeiter des Kreisbauhofs und bestätigt, dass noch keiner der Kollegen gestochen wurde. Vorsicht ist dennoch geboten und so legt der Hobby-Imker seine dicke, weiße Schutzjacke an und setzt seinen Imkerhut mit Netz auf. Als er den Deckel in der Holzkiste im Bienenhaus schließlich langsam öffnet, wird das Summen lauter und dem Behälter entsteigt der Geruch von Wachs und Honig.

In der Hauptsaison von April bis August sieht er wöchentlich nach seinen Völkern. „Im Mai ist klassische Schwarmzeit“, erklärt der Hobby-Imker eine besonders intensive Zeit. Dann gilt es, den Bienenstock regelmäßig nach dem Nachwuchs und die neu angelegten Weichselzellen zu kontrollieren. „Durch die neue Brut“, so erklärt er, „wird es dem Bienenvolk im Stock schnell zu eng“. Somit werden aus Platzmangel Weichselzellen angelegt, in welche die Königin jeweils ein Ei legt. Hat ein Bienenstock aber ein Maximum an Größe erreicht und die Witterung passt, schwärmt die Königin mit ihrem Volk aus. „Das Schwärmen gilt es unbedingt zu verhindern, denn wenn dies passiert, gibt es in diesem Jahr keinen Honig“, erklärt der Hobby-Imker. Seine Aufgabe ist es also, frühzeitig den Schwarmtrieb des Bienenvolkes zu verringern und gar nicht erst Enge im Bienenstock entstehen zu lassen.

Die meiste Zeit im Bienenjahr benötigt der Imker aber für die Honigernte, die in der Regel Ende Mai und Mitte Juli, je nach Witterung, nach Pollen und Nektar erfolgt. Im Durchschnitt schleudert Stuhlmüller dreimal bis Ende Juli.

Ab Ende August gibt es keinen Honig mehr, dann aber kommt ein anderer Arbeitsvorgang auf ihn zu. Der Bienenstock muss gegen die Varroamilbe behandelt werden. Die Milbe ist der große Feind der Bienen, die vielfach für den Verlust ganzer Völker verantwortlich ist. Dies geschieht mit Ameisensäure. Ist dann alles in Ordnung, herrscht bis Mitte Dezember Ruhe im Bienenstock. Eventuell muss der Imker zufüttern. Ab Mitte Dezember geht man nochmals gegen den Bienenfeind Nummer eins vor. Diesmal mit Oxalsäure. „Letztlich ist man das ganze Jahr mit den Bienen beschäftigt“, erzählt der Imker von einem zeitintensiven Hobby.

Immerhin: Etwa 30 Kilo liefern die Bienen in Diedorf. Das reicht genau für den Eigenbedarf aller Kollegen.

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