Windpark in Dinkelscherben: Maximaler Schutz für die Anwohner - 10-H-Regelung einhalten

Die Bürgerinitiative LebensWerte Reischenau (BI) hat sich als Reaktion auf den im Schmeller Forst bei Dinkelscherben geplanten Windpark gegründet. Sie vertritt die Interessen der Menschen in den Ortsteilen Ettelried, Engertshofen und Anried, die von der Anlage mit ihren zehn 250 Meter hohen Windkrafträdern besonders stark betroffen wären.

Grundsätzlich stellt sich die BI nicht gegen Windkraft, allerdings ist der Standort im Wald nahe Ettelried nicht geeignet für einen Windpark. Hier ist das Windenergiepotenzial nach dem Energieatlas Bayern allenfalls mittelmäßig. Um diesen Umstand auszugleichen, plant der Investor, die Juwi AG, die Windräder mit einer Höhe von 250 Metern und kann daher nicht die in Bayern geltende 10-H-Regelung einhalten. Drei der Windräder sind gerade mal 2000 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt. "Die Einhaltung der 10-H-Regelung ist für uns das absolute Minimum", fordert  die BI. Doch sie zweifelt grundsätzlich an der Sinnhaftigkeit des Windparks.

Weiter befürchten die Mitstreiter der BI gesundheitliche Folgen für die Menschen in den betroffenen Ortsteilen, etwa durch einen dauerhaft wahrnehmbaren Geräuschpegel. Hinzu kommt die noch wenig erforschte Langzeitwirkung von Infraschall, der im Verdacht steht, Depressionen und Stresszustände auszulösen. Ähnlich verhält es sich mit dem Schattenwurf durch solch gigantische Anlagen, der negative Folgen für die menschliche Gesundheit hat.

Es leiden nicht nur die Menschen. Die teils geschützte Tier- und Pflanzenwelt im betroffenen Wald wird dauerhaft verändert, deren Lebensraum unwiederbringlich zerstört, genauso wie das unverwechselbare Landschaftsbild der Reischenau, dem Herzen des Naturparks Westliche Wälder. Dabei leidet die Reischenau schon jetzt unweit des geplanten Windparks unter einer gewaltigen Kiesgrube, die auch als Deponie genutzt wird und zukünftig wohl noch erweitert werden soll.

Dabei ist noch nicht geklärt, wie sich der Windpark mit seinen tief in dem Boden reichenden Fundamenten auf den Grundwasserspiegel auswirkt und ob hier eine mögliche Bedrohung für die künftige Wasserversorgung der Großgemeinde Dinkelscherben ergibt, die im Schmeller Forst Tiefbrunnen schlagen will.

Dem vermeintlich wirtschaftlichen Nutzen durch den Windpark stellen die Menschen in Ettelried, Engertshofen und Anried den Wertverlust der eigenen Immobilien entgegen. "Unsere Häuser verlieren an Wert - unsere Heimat geht verloren", fasst Alfred Erdt aus Ettelried zusammen.

Dabei gibt es längst keine Garantie, dass sich der Windpark auch für die Gemeinde rechnet. Wann oder ob überhaupt die Anlage Gewinn abwirft und wirklich Gewerbesteuern fällig werden, ist völlig unklar. Im schlimmsten Fall gibt es gar nichts und Dinkelscherben bleibt auf den Kosten für den Rückbau der Anlage sitzen.

Letztlich zerreißt der Windpark nicht nur die Landschaft, die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch das gute Miteinander in den Dorfgemeinschaften. "Wir hoffen auf die Solidarität der Bürger*innen in Dinkelscherben und den weiteren Ortsteilen. Gemeinsam müssen wir für eine lebenswerte Reischenau einstehen", sagt Susanne Fuchs, die den Ortsteil Engertshofen vertritt.

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