Dieselgeschwängerte Luft an der Neufnach

Es bleibt leider dabei: Die Staudenbahn wird auch zukünftig mit Dieselloks fahren. Das sei die verkürzte Antwort des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann auf ein Schreiben des Augsburger SPD-Landtagsabgeordneten Harald Güller, das Güller nun veröffentlichte. Dem vorausgegangen war Herrmanns vollmundige Forderung, alte Bahnstrecken in Bayern zu elektrifizieren. Das gelte aber nur auf den Strecken, auf denen der Bund gesetzlich verpflichtet sei, Instandhaltung und Betrieb zu finanzieren, rudere Herrmann in seiner Antwort an Güller zurück, der die Elektrifizierung auch als Fraktionsvorsitzender der SPD im Augsburger Kreistag gerne gesehen hätte. Was die Staudenbahn betrifft, müsste laut Innenminister der Staudenbahn-Trägerverein die Kosten übernehmen. "Das ist nicht leistbar", kommentiert Güller: "Nichts als heiße und in diesem Fall dieselgeschwängerte Luft kommt da aus München. Hermann fordert die Elektrifizierung, fördert sie aber nicht!"
Auf lange Sicht könnte die Elektrifizierung der Staudenbahn die Durchbindung von mehr Zügen aus den Stauden Richtung Augsburg erleichtern, was die Akzeptanz steigern könnte, aber auch daran scheint dem Innenminister wenig zu liegen. "Ich bin enttäuscht, obwohl von der Ankündigungspolitik nicht viel mehr zu erwarten war", stellt Güller fest.
Es bleibt dabei, an Rußschwaden und Dieselgestank wird man im Neufnachtal erkennen, wenn die Staudenbahn fährt - Fortschritt ist anders. (pm/leo)

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