Kunst im Schlosspark

von LeserReporter Sabine Roth aus Augsburg-Stadt
Die Künstler Petrus Scholz, Josef Lang und Tobias Freude führten durch den Skulpturenpfad, der anlässlich der Landesausstellung rund um das Wittelsbacher Schloss von der Stadt Friedberg angelegt wurde. Es fehlt Wolfgang Auer.

Ein kultureller Rundgang um das Wittelsbacher Schloss im Rahmen der Landesausstellung.

Sieben Skulpturen von vier Friedberger Künstlern - Josef Lang, Petrus Scholz, Tobias Freude und Wolfgang Auer - zeigt die Freiluft-Skulpturenausstellung rund um das Wittelsbacher Schloss, die von der Stadt Friedberg auf die Beine gestellt wurde. Die Kunstwerke wurden eigens als Rahmen für die Landesausstellung geschaffen und bestechen durch ihre Unterschiedlichkeit. Beim Presserundgang präsentierten die Künstler ihre Werke.

Manche Skulpturen regten bereits heftige Diskussionen auf den sozialen Netzwerken aus. Wie die „Große Stierfrau“, die am Parkplatz an der B300 unterhalb des Schlosses thront und schon von weitem zu sehen ist. Geschaffen hat sie Wolfgang Auer aus einem ganz besonderen Material: aus einem Schaum-Dämmstoff, ähnlich Polysterol. Das zerbrechliche Material soll der durch den Stier symbolisierten Stärke eine Fragilität geben. Die Figur spielt mit Bezügen wie Oxenweg, Europa auf dem Stier sowie dem Genre des Reiterstandbildes. Nicht zuletzt soll sie an Christine von Lothringen erinnern, die von dem Augsburger Maler Hans Holbein porträtiert wurde und Friedberg zur Blütezeit zwischen 1568 bis 1575 verhalf. Die blauen Streifen und die goldenen Farbstellen sollen an die Assoziationen des typischen Blau-Weiß und Gold der Friedberger Fayencen anknüpfen. Dass die „Stierfrau“ polarisiert, sieht der Künstler Wolfgang Auer gefasst: „Dann ist Kunst Zündstoff, und Zündstoff ist in der Kunst immer gut!“

Die Eichenholz-Skulptur mit dem Namen „Sepp und Schorsch“ stellte Bildhauer Josef Lang vor. Sie steht direkt vor dem Eingang der Landesausstellung und soll in ihrer Darstellung die gemeinsame Weitsicht und den Blick in die Zukunft verkörpern. Die beiden Figuren, bei der eine auf den Schultern der anderen steht, schaffen gemeinsam etwas, was jeder für sich nicht erreichen könnte: die Weitsicht und den Blick in die Zukunft für weitere soziale Entscheidungen.

Weiter ging es zur südlichen Schlossmauer, wo der Künstler Tobias Freude die Buchstaben „Vorsicht Freiheit“ aus Untersberger Marmor geschaffen hat. Damit wird ein nahezu unerreichbarer Umstand in Frage gestellt und das Erkennen physischer und psychischer Grenzen ermöglicht. In Zeiten der Corona-Pandemie bekommt der Ausdruck eine neue Bedeutung. Viele Menschen sehnen sich nach Wochen des Shutdowns wieder nach Freiheit.

Danach ging es runter zum Schlossteich zur Bronzefigur „Küssen verboten“, die sich inmitten des Teichs befindet. Es wirkt, als schwebe die 90 Kilogramm schwere Figur über den Teich. Der Clou, damit die „Nixe“, wie sie gerne bezeichnet wird, vollständig ist, ist der Frosch auf der Bronzetafel mit dem Titel „Küssen verboten“, der nun mit einem gebührenden Abstand am Rand des Teichs sitzt. Die Tafel zeigt einen Froschkönig, der im Märchen zum Prinz geküsst wurde. Nun trägt der Frosch „einen Mundschutz“. So wandelte sich das Konzept „Küssen verboten“ in Zeiten der Pandemie.

Neben dem Teich steht ein „Kokon mit marmorner, transparenter Hülle“, wie es der Derchinger Künstler Tobias Freude ausdrückt. Die Arbeit „AD03M19G“ aus der Serie Additionen ermöglicht einen Blick in die Mystik von werden und sein.

Auf dem Weg hinunter zur Schützenstraße ist in der Wiese die Skulptur aus Stahl mit dem Titel „Stadtluft lässt Blüten frei“ von Petrus Scholz zu finden. Das Kunstwerk erinnert an Räder, die ineinander verwoben sind. „Räder transportieren Waren, Räder reisten von Stadt zu Stadt. Sie brachten Reichtum und damit Macht und sie schufen Freiheit“, so der Friedberger Künstler. Diese Chancen solle man nutzen.

„Erschrick nicht, ich bin dein Herz und komme zu Besuch“. Dieser Spruch von Dominik Steiger bringt das zum Ausdruck, was der Künstler Josef Lang mit der Figur „Herzträger“ am Ende des Rundgangs vor der Treppe zum Schloss am Parkplatz der B300 sagen möchte. Es bedeutet, dass man sein Herz entscheiden lassen soll. Die Skulptur aus Eichenholz bringe die Emotion zum Ausdruck, die jedoch oft in den Hintergrund gedrängt werde. Besonders dankte Bürgermeister Roland denen, die mitgeholfen haben, diesen Skulpturenpfad zu gestalten, insbesondere die Künstler, die Verantwortlichen der Kulturabteilung und der Bauhof.

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