AVV-Preiserhöhung: Wen interessiert's?

von LeserReporter Andreas Germer aus Friedberg

Ein Kommentar zu: Landrat Metzger verteidigt AVV-Preiserhöhung

Wen interessiert schon eine Preiserhöhung des Augsburger Verkehrsbundes? Die Öffis im Wittelsbacher Land werden doch eh nur von den Leuten genutzt, die sie benutzen müssen: Jeder der kann, fährt mit dem Auto. Und unsere Politik gibt ihr Bestes, dass das auch so bleibt.

Andere Regionen nutzen die Corona-Pandemie, indem sie Radverkehr und andere Alternativen zum Auto stärken. Und wir? Wir bauen keine Pop-Up Radwege, sondern sorgen für noch teurere Bus- und Bahnfahrten. Die Preiserhöhung zu diesem Zeitpunkt ist ein PR-Gau, der seinesgleichen sucht.

 

Fadenscheinige Begründung für Preissteigerung

Und die Verteidigung unseres Landrats für die liebevoll als „Tarifanpassung“ bezeichnete Verteuerung ist: Diese Preiserhöhung wurde einmal gemeinsam beschlossen, also muss sie nun auch durchgeführt werden. Als könnten sich die Umstände, und somit auch die Meinungen, nicht ändern!

An der Geschichte zeigt sich gut, wie unflexibel die Strukturen unserer Kommunalpolitik sein können, und wie schlecht sie mit der heutigen schnelllebigen Zeit zurecht kommen: Einen schon gefassten Beschluss zu ändern scheint ähnlich unrealistisch wie die bereits am 03.06. beschlossene Mehrwertsteuersenkung zu berücksichtigen. Vielleicht werden ja die Tarife noch mit Stift und Papier ausgerechnet, und die zuständige Mitarbeiterin hat wegen Kurzarbeit momentan keine Zeit dafür?

 

Politik konzentriert sich lieber auf Autoverkehr

Doch Metzgers Kritik an unseren Öffis trifft es auf den Punkt: Sie sind schlicht und einfach zu unflexibel, als dass sie im ländlich geprägten Aichach-Friedberg auch nur irgendwie benutzbar wären. Aber flexible Lösungen sind teuer, und wir werfen das Geld lieber für Parkplätze und durch den Pkw-Verkehr notwendige Straßenreparaturen aus dem Fenster.

Und das alles wird uns BürgerInnen dann auch noch als Maßnahme für die Verkehrswende verkauft: So wird gerade nicht nur in Derching fleißig an Parkplätzen gebuddelt, auch an der Gerberwiese entstehen im Moment ca. 120 Stellplätze. Denn dann würde die anliegende Afrastraße nicht mehr zugeparkt werden, und es könne hier ein Radweg entstehen, sagt Bürgermeister Eichmann. Dumm nur, dass an der Afrastraße höchstens 25 – 30 Autos parken können.

Außerdem soll der Stadtrat Friedberg auf Initiative der CSU (mal wieder) über den Bau eines Parkhauses am Bahnhof diskutieren. Bei uns kommt man eben nur mit dem Auto zum Zuge.

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