Friedberger Stadtrat wählt neue Bürgermeister

von LeserReporter Sabine Roth aus Augsburg-Stadt
Bei der konstituierenden Stadtratssitzung in Friedberg wurden die neuen Stadträte vereidigt.

In der konstituierenden Stadtratssitzung in der Max-Kreitmayr-Halle werden 14 neue Stadträte vereidigt und die Fassung der Geschäftsordnung beschlossen.

Diesmal war alles etwas anders. Nicht wie gewohnt im historischen Friedberger Rathaus, aufgrund der Corona-Pandemie fand die erste öffentliche Sitzung des neuen Stadtrats in der Stadthalle statt. Gäste bekamen eine Nummer und durften nur bleiben, wenn genügend Sitzplätze in der Halle oder auf der Tribüne vorhanden waren. Es musste Abstand gehalten werden. Wer seinen Platz verlassen wollte, musste eine Maske tragen.

Bürgermeister Roland Eichmann begrüßte die Gäste und sagte: „Es ist nicht leicht. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Wir hoffen, mit einem blauen Auge davonzukommen, es könnte aber auch katastrophal sein. Deshalb müssen wir zusammenrücken und mit der Situation umgehen.“ Für ihn sei es eine Ehre, die Bevölkerung in den politischen Gremien vertreten zu dürfen.

Überraschender Rückzug von Nils vom Wege

Nach der Vereidigung der 14 neuen Stadträte gab Eichmann bekannt, dass die Wahl des Baureferenten heute nicht vollzogen werden könne. Denn Nils vom Wege habe seine Kandidatur als Nachfolger für Carlo Haupt, der in Ruhestand gegangen ist, am Tag der Stadtratssitzung ganz überraschend zurückgezogen. Deshalb müsste diese Referentenwahl nun verschoben werden.

Bei den beiden Bürgermeisterkandidaten dagegen war die Entscheidung einstimmig. Richard Scharold (CSU) erhielt 30 Stimmen, eine war ungültig, und Claudia Eser-Schuberth (Grüne) wurde mit 29 Ja-Stimmen und zwei ungültigen Stimmen zur dritten Bürgermeisterin gewählt. So war die Freude bei den Grünen sehr groß. Seit über 30 Jahren vertritt Eser-Schuberth deren Ziele im Stadtrat. Sie habe es mehr als verdient, nun dieses Amt zu führen. Ulrike Sasse-Feile (SPD) verzichtete auf die Kandidatur, obwohl sie dafür einen erkennbaren Wählerwillen sehe. Sie werde trotzdem für dieses Amt nach reiflicher Überlegung mit ihrer Fraktion nicht antreten. „Wir wollen alle Parteien in der Bürgermeisterriege vertreten sehen und stehen für eine konstruktive Sacharbeit mit Zukunftsperspektiven, um die berechtigten Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger zu erfüllen. Dem möchten wir nicht entgegenstehen.“ Als Stellvertreter für die Bürgermeister wurden Cornelia Böhm von der CSU und Wolfgang Rockelmann von den Parteifreien Bürgern vorgeschlagen. Mit 21 zu 10 Ja-Stimmen setzte sich Claudia Böhm durch. Sie freut sich auf das Amt zur vierten Bürgermeisterin. Große Freude herrschte bei Finanzreferent Wolfgang Schuß, der mit 31 Stimmen wiedergewählt wurde.

Alle pauschalen Entschädigungen für die Bürgermeister und die Stadträte wurden vom neuen Stadtrat einstimmig abgestimmt und bestätigt. Große Diskussionen dagegen gab es zum Thema Ausschüsse und Beiräte. Thomas Kleist von der CSU beantragte, mehr Ausschüsse als bisher ins Leben zu rufen. Auch die Beiräte sollen aufgewertet werden. „Wir wünschen uns keine stiefmütterliche Behandlung der Beiräte wie bisher“, bekräftigte Kleist. Rockelmann stimmte ihm zu: „Mehr Beiräte sind eine Chance für die Bürger.“ Auch Eser-Schuberth wünscht sich eine solche Behandlung. Gerade der Ausschuss Klima, Energie und Umwelt müsse verstärkt werden und mehr Aufmerksamkeit bekommen. Inklusive alternativer Verkehrskonzepte, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. „Die Klimakrise müssen wir gemeinsam bewältigen. Und die Beiräte werden wir mit guten Themen bestücken“, so Eser-Schuberth. Sie forderte auf, dass alle im Stadtrat gewählten Mitglieder ihre Ideen einbringen müssten, was genau in die Ausschüsse inhaltlich gehören soll. Ein neuer Ausschuss müsse sich erst finden. Es gehe hier um grundsätzliche Dinge, die alle Bürger betreffen.

Eichmann warnte davor, nichts zu versprechen, was man nicht halten könne. Alle Sitzungen der Ausschüsse müssten ja auch von der Stadt vorbereitet werden. Mit 25 Ja-Stimmen und sechs Gegenstimmen wurde das Thema Ausschuss und Beiräte abgestimmt und dementsprechend geändert. Zum bereits bestehenden Sport- und Inklusionsbereit sowie Beirat für Integration und Flüchtlingswesen kommen also künftig der Seniorenbeirat, der Beirat für Kinder, Familien und Schulen, der Jugend-, Umwelt- und Kulturbeirat sowie der Beirat für Wirtschaft und Digitalisierung und der Beirat für Feuerwehr und Katastrophenschutz.

Und das sind die neuen Stadträte: Florian Fleig, CSU; Florian Wurzer, CSU; Gerhard Straßer, CSU; Johann Held, CSU; Petra Gerber, CSU; Ulrike Sasse-Feile, SPD; Markus Rietzler, SPD; Simone Hörmann von und zu Guttenberg, SPD; Sebastian Pfundmeir, SPD; Sabine Mergle, SPD; Egon Stamp, Grüne; Eva Bahner, Grüne; Edmund Dorsch, Grüne; Alexander Strobel, Freie Wähler.

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