Ärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Das sind die wichtigsten Gesundheits-Checks

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Von Zahnarztterminen bis hin zu Krebs-Screenings verschieben viele Deutsche seit Beginn der Coronakrise ihre Vorsorgetermine beim Arzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Cosmo-Umfrage der Universität Erfurt.

 

 

In unterschiedlichen Abständen gewähren Krankenkassen innerhalb der Bundesrepublik die Möglichkeit auf kostenlose Vorsorgeuntersuchungen. Früherkennungstermine dieser Art sind für viele Krankheiten eine wichtige Präventionsmaßnahme. Die regelmäßige Wahrnehmung verfügbarer Vorsorgeuntersuchungen steigert im Falle eines Falles die Heilungschancen. Je früher Krankheiten wie Krebs erkannt werden, desto mehr Behandlungsmöglichkeiten stehen noch zur Verfügung. Umso schlimmer, dass vor allem 30- bis 39-jährige Bürger in der Pandemie Vorsorgetermine verschoben haben. Seit Sommer 2020 rufen Experten wie die Kassenärztliche Vereinigung bereits zur Wiederaufnahme der regelmäßigen Gesundheits-Checks auf. Prävention gilt als große Stärke der deutschen Medizin. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Bürger trotz der Pandemie Gebrauch von den ihnen zustehenden Vorsorgeuntersuchungen machen. Welche dem Einzelnen in welchen Abständen zustehen, hängt vor allem vom Alter ab.

Welche Früherkennungsuntersuchungen stehen gesetzlich Versicherten zu?

Gesunde Ernährung und das richtige Maß an Bewegung gelten als wichtigste Säulen hinsichtlich der Krankheitsprävention. Trotzdem erschöpfen sich die Vorsorgemöglichkeiten damit noch nicht. Zum Erhalt der Gesundheit tragen auch präventive Untersuchungen zur Krankheitsfrüherkennung bei. Eine ganze Reihe solcher Untersuchungen steht gesetzlich Krankenversicherte innerhalb der Bundesrepublik zu. Auf einige hat man schon im Babyalter Anspruch. Andere bezahlen die Kassen erst in späteren Lebensabschnitten. Grundsätzlich werden Vorsorgetermine abhängig vom Alter und der Art der Untersuchung in unterschiedlichen Abständen empfohlen. Erwachsene haben beispielsweise Anspruch auf

  • einen allgemeinen Check-up zwischen 18 und 35 Jahren (einmalig).
  • eine jährliche Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen für Frauen ab 20 Jahren.
  • einen jährlichen Chlamydien-Test für Frauen bis 25 Jahre.
  • jährliche Brust- und Hautuntersuchungen für Frauen ab 30 Jahren.
  • kombinierte Screenings aus zytologischen Untersuchungen und HPV-Test alle drei Jahre für Frauen ab 35 Jahren.
  • allgemeine Gesundheits-Checks zur Früherkennung von Diabetes, Nieren- und Herz-Kreislauferkrankungen ab 35 Jahren alle drei Jahre.
  • Hautkrebs-Screenings des gesamten Körpers ab 35 Jahren alle zwei Jahre.
  • jährliche Prostata- und Genital-Untersuchungen für Männer ab 45 Jahren.
  • Darmkrebsfrüherkennung alle zwei Jahre ab 50 Jahren (jährlicher Test auf Blut im Stuhl).
  • Mammographie-Screenings alle zwei Jahre für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren.
  • zwei Darmspiegelungen in zehnjährigem Mindestabstand ab 55 Jahren.
  • eine einmalige Ultraschalluntersuchung auf Aneurysmen der Bauchschlagader für Männer ab 65 Jahren.

Wer Gebrauch von Vorsorgemöglichkeiten dieser Art machen möchte, kann online Termine bei Fachärzten in der Nähe vereinbaren. Abhängig von der Krankenkasse sind in der jeweiligen Satzung weitere Untersuchungen als freiwillige Leistungen vorgesehen.

Welche Impfungen empfiehlt die STIKO?

Über die Check-ups hinaus erhalten Erwachsene in bestimmten Abständen außerdem Impfungen von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Auch dieser Infektionsschutz zählt zu den Vorsorgeleistungen und erfolgt in Orientierung an den Empfehlungen der STIKO. Um lang anhaltenden Infektionsschutz zu gewähren, übernehmen gesetzliche Krankenkassen beispielsweise die Kosten für folgende Auffrischungsimpfungen:

  • Tetanus- (Wundstarrkrampf) und Diphtherie-Impfung alle zehn Jahre
  • Keuchhusten-Impfung (Pertussis) zwischen 18 und 60 Jahren
  • Masern-Impfung
  • ab 60 Jahren einmalige Pneumokokken-Impfung
  • jährliche Grippeimpfung für Schwangere, Menschen ab 60 Jahren, Personen mit erhöhter Infektionsgefahr und chronisch Kranke
  • Impfung gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) für chronisch Kranke (vor allem Diabetiker und Asthmatiker) und Personen über 60 Jahre
  • FSME-Impfung für Menschen in Risikogebieten

Braucht man individuelle Gesundheitsleistungen?

Zahlreiche Arztpraxen werben mit speziellen Tests und Vorsorgeuntersuchungen zur privaten Kostenübernahme. Leistungen dieser Art sind nicht im Leistungskatalog gesetzlicher Krankenkassen enthalten. Die Krankenversicherungen beteiligen sich demzufolge nicht an den Kosten der Untersuchungen. Der Nutzen dieser sogenannten IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen) ist teilweise umstritten. Bevor entsprechende Leistungen in Anspruch genommen werden, erkundigen sich Patienten lieber bei Experten, wie sinnvoll die kostenpflichtigen Zusatzbehandlungen sind. Das kann beispielsweise im Dialog mit der Krankenkasse passieren.

Gut zu wissen: Krankenkassen machen Versicherten die regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen teils mit Bonusprogrammen schmackhaft. Indem sich Versicherungsnehmer für Bonusprogramme anmelden und Untersuchungen abstempeln lassen, erhalten sie Sonderzuschüsse. Das ist beispielsweise beim Zahnarzt der Fall. Wird ein Zahnersatz nötig, zahlen Kassen normalerweise nur die Hälfte davon. Zuschüsse von 60 Prozent erhalten Versicherte, die fünf Jahre hintereinander zumindest einmal im Jahr beim Kontrolltermin gewesen sind. Können Patienten mittels Bonusheft über zehn Jahre eine regelmäßige Vorsorge nachweisen, erstattet die Kasse sogar bis zu 65 Prozent der Kosten.

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