Barrierefreier Umbau in Augsburg: Zuschüsse, Fördermittel und Beispiele

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Barrieren sind Hindernisse. Barrierefreies Wohnen ist somit ein Thema von Tragweite, denn Deutschland gilt als stark alterndes Land. Bereits jetzt ist die Nachfrage nach barrierefreiem bzw. altersgerechtem Wohnraum hoch. Das Problem: Viele Häuser und Wohnungen sind dafür nicht gerüstet. Immer mehr Menschen wollen bzw. müssen sich deshalb für einen barrierefreien Umbau ihres Zuhauses entscheiden. Welche Maßnahmen zur Wohnraumanpassung denkbar sind und welche Fördertöpfe man für die teils kostenintensiven Vorhaben anzapfen kann, ist hier zu lesen.

 

Der Anlass: die demografische Entwicklung

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache. Ende 2017 lebten bereits 3,4 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland – Tendenz weiter steigend. Das Durchschnittsalter der Deutschen nimmt stetig zu. Und die Hochaltrigen (ab 80 Jahren) stellen mittlerweile die Bevölkerungsgruppe mit den höchsten Zuwachsraten im Land. Gleichzeitig möchten die meisten Menschen, abgeschreckt vom negativen Image des Seniorenheims, so lang es geht in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben – auch im hohen Alter. Das stellt den Immobilienmarkt und jeden Einzelnen von uns vor fundamentale Herausforderungen. Denn: barrierefrei sind die wenigsten Wohnungen und Häuser.

Manfred Haus, Sachverständiger für Augsburger Immobilien sagt: „Vor allem Altbauten, vom Gründerzeithaus um 1900 bis zum Plattenbau aus den 1980er Jahren, sind bislang kaum für die steigende Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum gerüstet. Und junge Eigenheim-Bauer denken weiterhin in den seltensten Fällen ans Altwerden und den daraus resultierenden Mobilitätseinschränkungen. Hier lohnt ein Umdenken: Muss es die mehrstöckige Stadtvilla mit enger Wendeltreppe ins Schlafzimmer und hohen Eingangsstufen sein? Häuser im Bungalowstil, alles auf einer Ebene, geräumiger Flur: Das macht langfristig gesehen mehr Sinn. Später umbauen heißt immer Eingriff in die bestehende Bausubstanz. Und das ist aufwändig und teuer.

Was meint barrierefreies Umbauen? Eine Auswahl möglicher Maßnahmen

Unerschöpflich sind die Möglichkeiten für einen barrierefreien Umbau. Der gewollte Wohnkomfort und die persönlichen Bedürfnisse – bis hin zum Angewiesensein auf einen Rollstuhl – sollten bei der Planung der Umbaumaßnahmen handlungsleitend sein. In jedem Falle gilt: Erst genau planen, dann umbauen! Der Rat eines Architekten ist für die Machbarkeit oft unabdingbar. Zudem müssen etliche DIN-Normen und Bauvorschriften eingehalten werden, die nur der Experte im Detail kennt. Nicht zuletzt sollte eine Finanzplanung Klarheit verschaffen, ob man sich alle Wünsche auch leisten kann.

Die Spannbreite möglicher Umbaumaßnahmen im Sinne einer alters- oder behindertengerechten Modernisierung ist enorm – ein Handicap ist natürlich keine Frage des Alters:

  • Schaffen eines barrierefreien Eingangs ohne Stufen
  • Einbau von einfach zu öffnenden Türen mit ausreichender Breite
  • Ausrüsten der Fenster mit verlängerten Griffen oder automatischem Öffnungsmechanismus
  • Umbauten im Bad (z. B. barrierefreie Dusche, Wanne mit Einstiegstür)
  • Einbau eines Treppenlifts in Augsburg, um ins Obergeschoss zu gelangen
  • Herstellung schwellenloser Zugänge in allen Zimmern und zu Balkon bzw. Terrasse
  • Verlegen barrierefreier rutschfester Böden, um Stürzen vorzubeugen
  • Installation automatischer Bedienelemente (z. B. für Licht, Heizung)

Ein Beispiel: Der barrierefreie Hauseingang

Barrierefreiheit beginnt bereits vor dem Haus! Denn mit zunehmender Gebrechlichkeit oder plötzlicher Gehbehinderung wird die einst so geschätzte Eingangstreppe zur Hürde. Insofern sollte der Zugang zum Eigenheim stufenlos umgebaut werden, etwa mit einer Rampe oder einem Outdoor-Treppenlift. Hier sind verschiedene Lifttypen denkbar. Beim Weg zum Haus und auf der Rampe ist auf einen rutschfesten Bodenbelag sowie einen stabilen Handlauf zu achten. Da mit dem Alter oft das Unsicherheitsgefühl steigt, empfiehlt es sich, eine helle Beleuchtung zu installieren. Ein Vordach schützt vor Witterungsunbilden. Darunter findet auch der Rollator eine günstige Abstellfläche.

Das Eingangs-Beispiel soll veranschaulichen, wie facettenreich und anspruchsvoll ein barrierefreier Umbau sein kann. Ein Tipp: Man sollte sein gesamtes Wohnumfeld einmal bewusst mit der „Brille der Barrierefreiheit“ betrachten, um Maßnahmen abzuleiten. Auch der Blick von außen schärft die Sinne für notwendige Investitionen. Neben Architekten sind Wohnberater oder kommunale Seniorenbüros hilfreiche Ansprechpartner in Sachen barrierefreiem Umbau. Auch die Leute von Pflegestützpunkten vor Ort – unabhängige Anlaufstellen rund um die Pflege – haben ein Auge für vorhandene Barrieren.

Zuschüsse und Fördermittel beantragen

Barrierefreies Umbauen ist ein finanzieller Kraftakt. Der ist größtenteils aus eigener Tasche zu bewältigen. Dennoch existiert eine Palette an Möglichkeiten, um eine Förderung durch Dritte zu erhalten – vorausgesetzt man beantragt sie vor dem Umbau-Start. So fördert die gesetzliche Krankenkasse Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes“. Bei medizinischer Notwendigkeit (ab Pflegegrad 1) wird ein Zuschuss von bis zu 4000 Euro pro Person gewährt. Leben zwei Pflegebedürftige im Haushalt, verdoppelt sich der Betrag. Die Bezuschussung der Investition für mehr Lebensqualität ist an Hauseigentümer wie Mieter gerichtet.

Die staatseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) bietet zinsgünstige Förderdarlehen in Höhe von mehreren zehntausend Euro, wenn der alters- bzw. behindertengerechte Umbau von Wohnraum geplant ist. Hinzu kommen diverse Wohnungsbauförderprogramme, die in verlässlicher Regelmäßigkeit seitens des Bundes und der Bundesländer aufgelegt werden. Einen Überblick über laufende Förderprogramme zum barrierefreien Wohnen oder gar zum Smart Home erhält man auf den jeweiligen Webseiten. Finanzielle Unterstützung für die Wohnbedürfnisse von behinderten Menschen gewähren zudem die zuständigen Rehabilitationsträger.

Beim Barriere beseitigen die Besitzverhältnisse beachten

Vor dem Start möglicher Umbauprojekte sind – auch wenn es „nur“ die Badewanne oder den Einbau eines Treppenlifts betrifft – natürlich die bestehenden Eigentumsverhältnisse zu bedenken. Fast alle Maßnahmen sind nur mit Zustimmung des Eigentümers möglich. Zu manchen kann man ihn sogar verpflichten. Mittlerweile ist Barrierefreiheit im Haus- und Wohnungsbau ein Qualitätskriterium, da die unbeschränkte Nutzbarkeit ja allen Menschen zu Gute kommt – ob mit oder ohne Handicap. Ein Anreiz für Immobilienbesitzer: Barrierefreie Umbauten steigern den Wert einer Bestandsimmobilie, sodass beim Verkauf ein höherer Preis erzielbar ist.

Fazit: Angesichts der steigenden Lebenserwartung ist Barrierefreiheit ein Erfordernis, dass immer mehr Menschen nachfragen. Da bislang nur eine Minderheit bestehender Häuser und Wohnungen diesem Anspruch genügt, kommt dem barrierefreien Umbau besonderes Gewicht zu. Die vielfältigen Maßnahmen ermöglichen es, lange in der vertrauten Umgebung wohnen zu bleiben. Vor der Umsetzung ist eine präzise Bau- und Finanzplanung alternativlos. Die teils hohen Kosten lassen sich durch Zuschüsse bzw. Fördergelder abfedern.

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